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EU will Aalfang-Verbot in der Ostsee

Brüssel/Kiel EU will Aalfang-Verbot in der Ostsee

Die neue Regelung soll im kommenden Jahr für Berufs- und Freizeitfischer gelten.

Brüssel/Kiel. Der Vorschlag der EU-Kommission, den Aalfang in der Ostsee zu verbieten, hat zu gemischten Reaktionen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg- Vorpommern geführt. Nach Ansicht der Brüsseler Behörde ist ein solches Verbot notwendig, da die Bestände aus ihrer Sicht zu niedrig sind. Das Verbot sollte im kommenden Jahr für Berufs- und Freizeitfischer gelten, teilte die EU-Kommission mit. Unbeabsichtigt gefangene Aale müssten demnach unverzüglich wieder freigelassen werden. Der Vorschlag der EU-Kommission basiert auf wissenschaftlichen Gutachten des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES).

Mecklenburg-Vorpommerns Fischereiminister Till Backhaus (SPD) reagierte überrascht. Der Vorschlag der Kommission komme sowohl für den Bund als auch die Länder vollkommen unerwartet, sagte er in Schwerin. Deutschland habe, wie von der EU-Kommission gefordert, einen Aalmanagementplan vorgelegt, den die Kommission auch genehmigt habe. Dieser umfasse auch Teile der Ostsee. Der Vorschlag der Kommission vermittele nun den Eindruck, dass die Bemühungen der Bundesrepublik und Mecklenburg-Vorpommerns ignoriert würden. Backhaus forderte die Kommission auf, ihren Vorschlag zu überdenken.

Schleswig-Holsteins Fischerei- und Umweltminister Robert Habeck (Grüne) nannte den Vorstoß hingegen folgerichtig, da es um den Aalbestand in Europa schon lange schlecht bestellt sei. Seiner Ansicht nach sollte die EU-Kommission das Verbot auf den gesamten marinen Lebensraum des Aals im Hoheitsgebiet der EU, insbesondere den Atlantik, ausweiten. „Das wäre ökologisch sinnvoll – es geht schließlich um einen einzigen großen Aalbestand in Europa. Außerdem wäre es auch ein Gebot der Fairness für alle Fischer.“

Die Landesfischereiverbände in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern reagierten verärgert auf den Vorstoß aus Brüssel. „Ich kann einen totalen Fangstopp im Moment nicht nachvollziehen“, sagte der Vorsitzende des schleswig-holsteinischen Landesverbandes, Lorenz Marckwardt. Er wies darauf hin, dass die Fischer im Land seit acht Jahren verstärkt Jungaale aussetzten, um den Bestand zu erhöhen. Erste Erfolge seien da. Ähnlich äußerte sich sein Kollege aus Mecklenburg-Vorpommern. „Wir haben junge Aale wie gefordert in Größenordnungen ausgesetzt, damit sich die Bestände erholen können“, sagte Verbandspräsident Norbert Kahlfuss. Der Fischerei- und der Anglerverband würden gegen die Pläne vorgehen, kündigte er an. Der Aal ist nach seinen Worten für Binnenfischer, Angler und Küstenfischer gleichermaßen bedeutend. Die Umweltschutzorganisationen WWF und BUND hingegen begrüßten den avisierten Fangstopp, über den die EU-Minister voraussichtlich am 9. und 10. Oktober entscheiden.

LN

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