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Wirtschaft im Norden Easyjet und Condor noch im Rennen
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20:39 26.10.2017
Eine der letzten Air-Berlin-Maschinen in Tegel. Quelle: Foto: Kembowski/dpa
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Berlin

Eine Lösung wurde für die Techniksparte von Air Berlin gefunden. Eine Bietergemeinschaft der Wartungsfirma Nayak und des Berliner Logistikers Zeitfracht werde Air Berlin Technik erwerben, teilte das Unternehmen mit. Der Vertrag solle noch diese Woche unterzeichnet werden. Rund 300 Mitarbeiter würden übernommen. Für die weiteren rund 550 Mitarbeiter stehe eine Transfergesellschaft zur Abfederung sozialer Härten bereit. Die Auffanggesellschaft könne „aufgrund der Liquiditätssituation“ in diesem Verfahren ohne staatliche Beihilfe oder Unterstützung Dritter finanziert werden. Air Berlin, die nach Lufthansa bisher zweitgrößte deutsche Fluglinie, hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb seitdem war nur durch einen Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro gesichert.

Air Berlin und der Berliner Senat bemühten sich weiter um die Einrichtung einer Auffanggesellschaft für den Mutterkonzern. Diese soll nach unterschiedlichen Angaben 1200 bis 1400 bisherigen Air-Berlin-Mitarbeiten eine bessere Jobperspektive eröffnen. Darunter sind vor allem die Verwaltungsmitarbeiter aus der Berliner Zentrale, deren Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt als schwieriger gilt als die von Piloten und Flugbegleitern.

Die Gewerkschaft Verdi teilte mit, dass die Transfergesellschaft durch einen Kooperationsvertrag am 1. November ihre Tätigkeit aufnehmen soll. Ihre Einrichtung war aber nach Angaben der Berliner Senatskanzlei noch nicht unter Dach und Fach. Air Berlin hatte zuvor in einem Schreiben an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) offiziell um finanzielle Unterstützung bei der Einrichtung einer Transfergesellschaft gebeten, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Berliner Arbeitsagenturen stellen sich darauf ein, dass sich kommende Woche bis zu 1200 Mitarbeiter von Air Berlin in der Hauptstadt arbeitslos melden könnten. „Das wird eine Herausforderung“, sagte der Leiter der Arbeitsagentur Berlin-Nord, Christoph Möller.

Im Ringen um den Verkauf der übrig gebliebenen Teile von Air Berlin blieb zunächst offen, wann in dem laufenden vorläufigen Insolvenzverfahren spätestens noch ein Abschluss mit der britischen Fluggesellschaft Easyjet oder dem deutschen Ferienflieger möglich ist. Mit Easyjet verhandelt Air Berlin seit gut einem Monat über die Übernahme von etwa 25 Flugzeugen. Easyjet bestätigte, dass die Verhandlungen gestern noch liefen. Zu den Erfolgsaussichten machte ein Unternehmenssprecher keine Angaben.

Mit dem deutschen Marktführer Lufthansa hatte sich Air Berlin bereits vor zwei Wochen auf die Übernahme von 81 Maschinen verständigt, das ist mehr als die Hälfte der Flotte. Zudem sollen bis zu 3000 Mitarbeiter von Air Berlin zum Lufthansa-Konzern wechseln.

LN

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