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Eier-Skandal: Verbraucher denken um

Lübeck Eier-Skandal: Verbraucher denken um

Giftbelastete Eier verunsichern viele Konsumenten. Sie greifen verstärkt auf Eier regionaler Lieferanten zurück.

Lübeck. Erika Scharunge läuft mit schnellen Schritten über den Parkplatz. Ihr Ziel: Der Moislinger Wochenmarkt. Es ist 12 Uhr mittags, Marktverkäufer Burkhard Langer macht gerade die Schotten dicht. „Gibt es bei Ihnen noch Eier?“, fragt ihn die 68-jährige Kundin. „Alles leer“, antwortet der Verkäufer. Langer bezieht seine Eier von Janssen’s Bauernhof, einem Lieferanten aus Mechow (Herzogtum Lauenburg). Freilandhaltung, regional im Umland produzierte Ware aus einem vergleichsweise kleinen Betrieb mit etwa 10000 Hühnern. Im Moment sind die Hof-Eier unter den Kunden der Renner. „Ich habe bestimmt 20 Prozent mehr Umsatz, seit der Eier- Skandal die Runde macht“, sagt Langer.

Bis zu zwei Millionen mit dem Insektengift Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden sind nach Schleswig-Holstein geliefert worden. Auch Hersteller in Lübeck und Supermärkte im Kreis Herzogtum Lauenburg brachten die kontaminierte Ware in Umlauf. Das Verbraucherschutzministerium überwacht derzeit, dass alle Lebensmittelhändler die Eier zurücknehmen. Gefährlich wird ihr Konsum laut Verbraucherschutzministerium jedoch erst bei sehr hohen Dosen. Klar ist jedoch: Das Insektenvernichtungsmittel hat grundsätzlich nichts in Lebensmitteln zu suchen, egal wie hoch die Belastung eingeschätzt wird. Das sagt zumindest Professor Hendrik Lehnert, Präsident der Universität Lübeck. In seinem wöchentlichen Blog gab er zu bedenken: „Gewiss müssten strengere Gesetze erlassen und intensivere Kontrollen durchgeführt werden. Aber entscheidend ist das Umdenken eines jeden von uns im nachhaltigen Umgang mit der Natur, deren Teil wir sind und die viel sensibler reagiert, als wir es lange glaubten.“

Der Verbraucher ist also gefragt, sich mehr Gedanken über die Herkunft seiner Lebensmittel zu machen. Diese Ansicht teilt auch Hühnerbauer Sebastian Nikol von der Hofgemeinschaft Gut Rothenhausen.

220 Hennen hat der Öko-Hof. „Für die Reinigung der Ställe benutzen wir nur klares Wasser und Essigsäure“, sagt Nikol. Mit natürlichen Reinigungsverfahren könnten – anders als in Holland geschehen – keine Giftstoffe in die Eier gelangen. „Ich habe die Hoffnung, dass die Menschen in Zukunft eher schauen, was sie einkaufen“, sagt Nikol. Rieisige Mastbetriebe könnten gar nicht ohne Chemikalien und Insektizide funktionieren. Seine Devise: „Regional einkaufen und schauen, was der Nachbar um die Ecke an Produkten anbietet.“

Verbraucherin Erika Scharunge ist sich sicher: „Im Moment kaufe ich garantiert keine Eier aus dem Supermarkt.“ Auch vorher war die 68-Jährige bereits skeptisch.„Man kann ja nur noch rätseln, was man überhaupt noch ohne Bedenken essen kann“, sagt sie. Dabei ist sie nur eine von vielen, die derzeit stark verunsichert sind.

Saskia Bücker

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