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Wirtschaft im Norden Ein Jahr Bestellerprinzip: Meist zahlt der Vermieter
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22:16 31.05.2016

. Feilschen statt Fest-Courtage: Seit einem Jahr sind die Karten für Mieter, Makler und Vermieter neu gemischt. Während früher vielfach die Mieter für die Dienste eines Maklers in die Tasche greifen mussten, flattert die Rechnung seit dem 1. Juni 2015 meist dem Vermieter ins Haus. Die neue Regel lautet: Wer den Makler bestellt, zahlt auch. Und das ist üblicherweise der Wohnungseigentümer. Für die Akteure am Wohnungsmarkt hat das neue Bestellerprinzip zum Teil gravierende Folgen.

Vor allem Makler mussten sich seitdem umstellen. „Gut 70 Prozent haben sich neu ausgerichtet und auf den Verkauf konzentriert“, berichtet die Bundesgeschäftsführerin des Maklerverbands IVD, Sun Jensch. Probleme bereiteten derzeit häufig jedoch fehlende Verkaufsobjekte. Die Folge seien deutliche Umsatzrückgänge.

Statt auf eine feste Courtage von zwei oder mehr Monatsmieten bauen zu können, müssen Makler nun mit ihren Kunden zunehmend über die Entlohnung ihrer Leistungen verhandeln. Die Spannbreite reicht dabei vom mietunabhängigen Festpreis bis zu gestaffelten Vereinbarungen mit jeweils unterschiedlichen Leistungen. Das Angebot reicht vom Basispaket ohne Wohnungsbesichtigung und Vertragsschluss bis hin zum Komplettangebot, heißt es beim IVD.

Über 70 Prozent der Makler müssten sich nun allerdings mit reduzierten Honoraren von maximal 1,5 Monatsmieten zufriedengeben. Das sei bei einem Arbeitsaufwand von 20 Stunden und einer Durchschnittsmonatsmiete für eine 70-Quadratmeter-Wohnung von 418,60 Euro „nicht wirklich auskömmlich“, beklagt der Verband. Für einige Makler sei das sogar „existenzbedrohend“, sagt Jensch.

Beim Düsseldorfer Bezirksverband des Rings Deutscher Makler (RDM) verweist man auf Sparanstrengungen vieler Wohnungsvermittler. Arbeitsabläufe würden „gestrafft“ und Besichtigungstermine mit mehreren Interessenten organisiert, hieß es. Nur vier Prozent der von dem Verband befragten Makler haben ihr bisheriges Vergütungsmodell komplett über Bord geworfen und rechnen nach Stunden oder mit einem pauschalen Satz ab.

Bei den nun meist zahlungspflichtigen Vermietern sieht man die Neuregelung dagegen entspannt. „Bei dem Gesetz kommt es nicht zu so vielen Streitigkeiten wie bei der Mietpreisbremse“, sagt Inka-Marie Storm von der Eigentümerorganisation Haus & Grund.

LN

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