Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Ein Krabbenbrötchen für 11,50
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Ein Krabbenbrötchen für 11,50
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:12 23.06.2017
Luxus Krabbenbrötchen: Weil die Bestände der Nordeseegarnelen geschrumpft sind, steigen die Preise. Quelle: Foto: Ch. Sabrowsky/dpa
Hamburg/Fedderwardersiel

. Die Fischbude „Brücke 10“ an den St. Pauli Landungsbrücken in Hamburg hat den Ruf, die besten Fischbrötchen der Stadt anzubieten.

In Gastro-Tipps werden vor allem die Krabbenbrötchen gelobt. Für die müssen Kunden im Moment allerdings tief in die Taschen greifen: 11,50 Euro kostet der Snack. Auf ihrer Homepage entschuldigen sich die Imbissbetreiber: „Sorry!“ steht in Klammern hinter dem Preis. An anderer Stelle heißt es: „Wir wollen Euch nicht beschubsen.“ Für eine korrekte Kalkulation sei der Preis eigentlich immer noch zu knapp bemessen.

Die Krabbenpreise explodieren – und das schon seit längerem. „Gerade letzte Woche ist der Einkaufspreis wieder gestiegen“, sagt Frederick Fiedler, Geschäftsführer des gleichnamigen Bremerhavener Fischunternehmens. „So ein Preisniveau habe ich noch nicht erlebt“, betont Philipp Oberdörfer, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer in Cuxhaven.

Grund sind die geringen Fänge. Schon im vergangenen Jahr hatten die Krabbenfischer an der Nordsee einen Negativ-Rekord vermeldet: Im Vergleich zu den 11 000 Tonnen vom Vorjahr hatte sich die Ausbeute 2016 fast halbiert. Zurzeit sieht es nicht besser aus. Selbst 1990, das als Krisenjahr gilt, waren die Zahlen nicht so schlecht wie jetzt. Schuld daran ist den Krabbenfischern zufolge vor allem der Wittling: Die dorschartigen Fische, die sich massenhaft vermehrt haben, fressen die kleinen Nordseegarnelen weg, bevor sie groß genug für die Netze der Kutter sind. Das hat Folgen für Markt und Verbraucher. Als es 2011 Krabben im Überfluss gab, war der Erzeugerpreis auf bis zu 1,30 Euro für ein Kilogramm ungeschälte Schalentiere gefallen.

2015 waren es im Durchschnitt wieder mehr als 3,60 Euro für ein Kilo, 2016 schon mehr als acht Euro. In der vergangenen Woche kletterte der Erzeugerpreis schließlich auf 13 Euro. „Die Fischer schaffen es mit den Preisen dennoch gut, trotz der geringen Fänge über die Runden zu kommen“, so Oberdörfer. Dennoch sei die Situation auch für sie unbefriedigend, wenn sie – überspitzt formuliert – auf dem Kutter „jede Krabbe einzeln nach unten in den Kühlraum bringen können“. Dennoch hoffen die Fischer, dass die Fangmenge im Spätsommer wieder steigt. Und wenn die nächste Krabbengeneration herangewachsen ist, könnten auch die Preise wieder sinken.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Vor zehn Jahren gab es Störfälle in den AKWs Krümmel und Brunsbüttel. Experte sieht Parallelen zu Harrisburg.

23.06.2017

Harz zum Teil jetzt schon vom Befall betroffen – Trockenheit begünstigt Schädlinge.

23.06.2017

Mehrere Handelsverbände in Norddeutschland haben den Dachverband Nordhandel gegründet.

22.06.2017