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Ein Luftfahrtspezialist setzt auf Blankensee

Lübeck Ein Luftfahrtspezialist setzt auf Blankensee

Am Lübecker Flughafen bewegt sich etwas: Das Luft- und Raumfahrtunternehmen Dautec baut angemietete Räume zu Testlabors aus. Die Firma hat bereits Teile vorhandener Hallen umgestaltet und setzt auf den Standort Lübeck. Dautec kooperiert mit der Lufthansa Technik AG.

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Er plant weitere Ausbauten am Standort Lübeck-Blankensee: Dautec-Chef Hans-Jörg Dau.

Quelle: Fotos: Rüdiger Jacob

Lübeck. „Wir sind vom Lübecker Flughafen überzeugt“, sagt Unternehmenschef Hans-Jörg Dau (50). „Mittelfristig sehe ich eine interessante Entwicklung nicht nur in der Fliegerei“, glaubt der Lübecker Diplomingenieur. Es sei viel Raum und Fläche vorhanden, um sich entwickeln zu können. „Genau das hat uns bewogen, mittel- und langfristig in Lübeck zu investieren.“ Erste Ergebnisse sind schon zu sehen. Für 40000 Euro ist ein kleiner Teil eines angemieteten Gebäudes unter anderem mit Kunststofffenstern, Lichttechnik und einem neuen Fußboden ausgestattet worden – möglicherweise entsteht hier später einmal ein Testlabor.

LN-Bild

Dautec baut Halle in Testlabor um – Kooperation mit der Lufthansa.

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2006 war die drei Jahre zuvor in Lübeck gegründete Firma Dautec nach Hamburg umgesiedelt. An der dortigen Lufthansa-Basis betreibt der Spezialist ein Umweltlabor. Jetzt kehrt das Unternehmen zu seinen lübschen Wurzeln zurück. Das Haupt- und Kerngeschäft von Dautec ist das Testen von Geräten und Teilen, wie sie in Flugzeugen verbaut werden – etwa Kaffeemaschinen, Sicherheitsgurte, Triebwerksteile, Cockpitinstrumente. All dies muss umfangreichen Druck,- Vibrations-, Staub- oder Klimatests für die Zulassungen standhalten. Ein Schwerpunkt sind elektromagnetische Verträglichkeits-Tests (EMV). Hierbei geht es unter anderem darum, ob elektronische Teile wie Handys das empfindliche Bordsystem eines Flugzeuges stören könnten. Mit diesem Spektrum befasst sich Dr. Christian Otto, Laborleiter des Unternehmens. Ginge es nach Dau – und fände sich ein Investor –, könnte in Blankensee einmal eine EVM-Testkammer stehen. Indes ist das (noch) Zukunftsmusik, denn so eine Kammer koste etwa eine halbe Million Euro.

„Hier in Blankensee können wir uns ausweiten“, sagt Dau, der davon überzeugt ist, dass die Übernahme des Flughafens durch den Unternehmer Winfried Stöcker „nach langen Jahren endlich Planungssicherheit“ mit sich bringe. Das sei bei den vorherigen Flughafenbetreibern nicht der Fall gewesen, so der langjährige Beauftragte der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, der sich hohe Ziele steckt. So könnte sein zehnköpfiges Unternehmen auch Leistungen im Bereich der Veredelung von Flugzeugen anbieten. Darüber hinaus werde erwogen, ein Distributionszentrum für die Produkte eines aus den USA stammenden Ausrüsters von Privat- und Geschäftsflugzeugen zu integrieren.

„Dautec ist eines der ersten Unternehmen, das die Zukunftschancen hier am Flughafen Lübeck erkannt hat und große Expertise in Sachen Luft- und Raumfahrt an den Standort bringt“, sagt Airport-Geschäftsführer Professor Jürgen Friedel. „Wir sind sicher, dass weitere Unternehmen folgen werden“, sagt Friedel. „Das ist für ganz Schleswig-Holstein und das Luftfahrtcluster im Norden ein großer Schritt.“ Mit großen Schritten nimmt jetzt auch ein anderes Projekt Fahrt auf: Derzeit ist Dautec Sponsor eines historischen Lufthansa-Projektes und mit der Requalifizierung eines Bauteils beauftragt worden (siehe links).

Dautec unterstützt Restaurierung

Einst war sie der Star des Luftverkehrs, die „Lockheed Super Star“. 60 Jahre nach der Premiere des Flugzeugs bei der Lufthansa kehrt die Legende zurück. Das weltweit einzigartige historische Flugzeug soll vollständig instandgesetzt werden. Fahrwerk, Propeller, Hydraulikleitungen, Stromkabel, Cockpitinstrumente und Anlagen zur Flugsteuerung wurden ausgebaut, werden grundüberholt und sind teilweise wieder installiert – oder warten auf ihren baldigen Einbau.

Zahlreiche Sponsoren ermöglichen das Projekt. Einer davon ist der Luft- und Raumfahrtspezialist Dautec. Die Tests für ein Bauteil sollen im neuen Labor am Flughafen ausgeführt werden.

 Rüdiger Jacob

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