Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Ein Penthouse in Millionen-Lage
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Ein Penthouse in Millionen-Lage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:23 12.11.2016
Uwe Walter (72) trennt sich für 1,29 Millionen Euro von seinem Haus in Schlutup, das einen atemberaubenden Blick auf die Trave bietet.

Der Häuserblock an der Scharbeutzer Strandpromenade sieht von außen eher unspektakulär aus. Vier Etagen, in den 70er-Jahren gebaut, quadratisch, praktisch, schlicht. Kaum jemand würde vermuten, dass sich unter dem Dach Wohnungen verbergen, die inzwischen Millionenwerte darstellen.

Luxus in Scharbeutz: Preise für Immobilien in Strandlage steigen ständig – Wohnungen mit Seeblick sind gefragt.

Hitliste der Häuserpreise

Timmendorfer Strand ist laut einer Studie der Bausparkasse LBS in der Region der Ort mit den höchsten Immobilienpreisen. Neubauten kosten pro Quadratmeter im Schnitt 3000 Euro.

Sierksdorf folgt auf Platz zwei, dicht dahinter liegen Lübeck-Travemünde und Scharbeutz.

„Unser Penthouse in der vierten Etage ist heute etwa eine Million Euro wert“, sagt Maklerin Annegret Möllerherm. „Und es steigt weiter im Wert.“ Im November 2015 erwarb sie mit ihrem Mann die 109-Quadratmeter Wohnung, zu der eine 170 Quadratmeter große Dachterrasse gehört. „Seither ist der Preis deutlich höher geworden“, meint Möllerherm. Sie spricht von einer Wertsteigerung um die 15 Prozent.

Das Penthouse wird als Ferienwohnung vermietet. „Schon in diesem Jahr war sie 210 Tage belegt“, so die Maklerin. „Und für 2017 ist sie im Mai, Juni, Juli und August schon ausgebucht.“ In der Hauptsaison kostet das 300 Euro am Tag, in der Nebensaison 220. Das Penthouse hat drei Schlafzimmer, zwei davon mit Fernseher, Internetanschluss und eine moderne Küche. Die Möblierung ist einfach, aber nett.

Die Wohnung an sich sei „einzigartig“, schwärmt Möllerherm. „Die Dachterrasse, der Blick – das macht es.“ Mit einer so großen Dachterrasse, die die Wohnung von drei Seiten umgibt, würden Appartements in Strandnähe heute gar nicht mehr gebaut.

Doch so oder so steigen die Immobilienpreise gerade an der Küste ständig. Ein Ende ist nicht abzusehen. Während schon bei Altbauten in Timmendorfer Strand im Schnitt Preise bis zu 3000 Euro gezahlt würden, liegen sie bei einem Neubau in erster Reihe laut Möllerherm um die 10 000 Euro. Scharbeutz sei mit 8000 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen mit Seeblick etwas günstiger.

„Auf dem Markt besteht ein großer Nachfragedruck“, erläutert Sabine König von der LBS Schleswig-Holstein und Hamburg. In Timmendorfer Strand würden für Neubauten in bester Lage sogar bis zu 13000 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Dank der niedrigen Zinsen seien Anleger ständig auf der Suche nach neuen Objekten. Preissteigerungen von 15 Prozent seien daher zumindest über zwei Jahre durchaus realistisch: „Es gibt zu wenig Angebote, gerade in Strandlage.“ Besonders gefragt seien Timmendorfer Strand, aber auch Lübeck-Travemünde.

Selbst in Ortsteilen, bei denen man es vielleicht nicht vermutet hätte, gehen die Preise unaufhaltsam nach oben. So in Lübeck-Schlutup, das sich laut Annegret Möllerherm gerade zum „Blankenese von Lübeck“ entwickelt. Ihr Maklerbüro hat einen 246-Quadratmeter-Haus im Angebot, das sage und schreibe 1,29 Millionen Euro kosten soll, inklusive 450 Quadratmeter Grundstück.

Ein Blick aus dem Wohnzimmer des zum Verkauf stehenden Hauses erklärt, warum: Vor dem Fenster und der Terrasse breitet sich die Trave aus, die hier eine Bucht bildet. Der Yachthafen liegt malerisch da, manchmal ziehen große Schiffe vorbei. Die Lage ist einfach traumhaft.

„Das ist es, was unsere Kunden wollen“, glaubt Möllerherm. „Seeblick, Emotionen. Das sind Gefühle, die wir verkaufen.“ Und große Gefühle muss man sich eben leisten können auf dem hart umkämpften Immobilienmarkt.

Marcus Stöcklin

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Luxemburg greift nach den Sternen – und prescht als erstes Land Europas vor.

12.11.2016

. Die Finanzspritze des Bundes für die Bahn fällt vorerst kleiner aus als angekündigt.

12.11.2016

Versicherungskonzern mit unerwartet hohem Gewinn.

12.11.2016
Anzeige