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Wirtschaft im Norden Ein bescheidener Milliardär
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21:16 29.03.2016
Mit 17 Jahren hat Ingvar Kamprad Ikea gegründet. Quelle: dpa
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Altenburg

Auf seine streitbare Unternehmerlegende Ingvar Kamprad ist Schweden mindestens ebenso stolz wie auf Elche und Knäckebrot. Glaubt man den Gerüchten, so lagert der Ikea-Gründer stolze 40 Milliarden Euro auf seinem Bankkonto und wäre damit der reichste Mann Europas. Das, so berichten es enge Vertraute, spiele für den Chef des riesigen Möbelimperiums nur eine beiläufige Rolle.

In der geschäftigen Welt der Anzugträger gibt Kamprad den eher kauzig wirkenden Patriarchen. Während 135000 Ikea-Mitarbeiter in 45 Ländern den 90. Geburtstag des Unternehmers heute groß feiern, wird es in der Heimat Kamprads keinen pompösen Festakt im Stile eines Multimilliardärs geben. „Er hat für diese Dinge überhaupt keinen Nerv“, sagt sein Cousin Klaus-Jürgen Kamprad dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

1943 begann Ingvar Feodor Kamprad mit seinem ersten Möbelhaus den globalen Siegeszug anzutreten. Gerade einmal 17 Jahre war der junge Mann, der auf ein stattliches Familienvermögen zurückgreifen konnte, um seine Träume zu verwirklichen. Stifte, Bilderrahmen, Geldbörsen — Kleinkram, mit dem Ikea auch heute noch Milliardenumsätze macht. Seit 1955 entwerfen die Schreiner aus Schweden selbst die Möbel. Der Mix aus Design und günstigen Preisen überzeugt von Amerika bis China die Kunden, die Tag für Tag 7,5 Millionen Möbelpakete aus den Filialen schieben und beim Zusammenbau zu Hause gerne mal verzweifeln.

Die familiären Spuren des Ikea-Gründers führen nach Deutschland, in den Osten der Republik. Die Historie der Kamprads, einer reichen Landeigentümerfamilie, lässt sich über Jahrhunderte zurückverfolgen. Eine Abzweigung führt in die 35000-Einwohner-Stadt Altenburg, zwischen Leipzig und Chemnitz gelegen. Klaus-Jürgen Kamprad, als Gründer eines erfolgreichen Musikverlags für klassische Musik mit dem familiären Gespür für gute Geschäfte ausgestattet, pflegt ein inniges Verhältnis zu seinem entfernten Cousin. Sie schreiben sich regelmäßig, 2007 sind sich die beiden zum ersten Mal persönlich begegnet. Inkognito im Altenburger Land.

Plötzlich stand der Ikea-Chef mit seiner mittlerweile verstorbenen zweiten Ehefrau Margaretha vor seiner Haustür. Er begab sich auf die Suche nach seiner persönlichen Vergangenheit hier im thüringisch-sächsischen Grenzland. „Ingvar ist ein absolut herzlicher Familienmensch. Wenn man Ingvar begegnet, dann kommt er einem als ganz normaler, völlig ohne Etikette agierender Mitmensch vor, der sein Gegenüber in den Arm nimmt, begrüßt und sich freut“, sagt Klaus-Jürgen.

Von Carsten Bergmann

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