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Wirtschaft im Norden Ein halbes Jahrhundert Krügerrand
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19:12 01.07.2017
Eine Springbock-Antilope ziert eine Seite des Krügerrands.
Johannesburg

. Bei knapp 1100 Grad Celsius schmilzt das Gold endlich: Der Schmelztiegel wird angekippt, heraus fließt das wertvolle Edelmetall, feurig schimmernd wie frisch ausgespuckte Lava. Hinter hohen Mauern, elektrischem Zaun, zahlreichen Sicherheitsschleusen und massiven Tresortüren ist das der Alltag in der Rand Refinery, einer der größten Goldschmelzen weltweit. Hier, am Rand von Johannesburg, wird seit genau 50 Jahren die beliebteste Goldmünze der Deutschen hergestellt. Bislang hat sich der Krügerrand gut 60 Millionen Mal verkauft. „Deutschland ist unser größter Exportmarkt“, erklärt Richard Collocott, Marketingdirektor bei Rand Refinery. Letztes Jahr wurden demnach 30 Prozent der Produktion von 1,2 Millionen Goldmünzen nach Deutschland verkauft, dahinter folgen die Schweiz und Österreich, dann erst die USA. „Der Krügerrand ist die Goldmünze der Deutschsprachigen“, sagt Collocott.

Am 3. Juli 1967 wurde der erste Krügerrand zu einer Unze (31,1 Gramm) Feingold geprägt. Derzeit kostet eine Münze im Handel in Deutschland etwa 1136 Euro, 20 Euro mehr als ein entsprechender Barren. Auf der Vorderseite der Münze ist eine Springbock-Antilope abgebildet, auf der Rückseite das Konterfei des früheren südafrikanischen Präsidenten und Namensgebers Paul Kruger.

Der Goldmünze ist auch noch eine Kupferlegierung beigemischt, um die Oberfläche gegen Kratzer zu schützen. Der Krügerrand hat daher 22 statt 24 Karat. Für Europas größten Goldhändler Degussa ist das ein Vorteil. „Weil ein Krügerrand nicht verkratzt, kann man ihn immer wieder gut verkaufen“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Wrzesniok-Roßbach. Alle Münzrohlinge werden bei der Rand Refinery gestanzt. Helikopter liefern das Gold hier direkt aus den Minen in Südafrika an, denn ein Transport auf der Straße wäre zu gefährlich.

J. Bã¤tz

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