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Wirtschaft im Norden „Eine Art Todeskampf“
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09:37 17.02.2016
Søren Poulsgaard Jensen wird nicht müde, das Tunnelprojekt zu kritisieren. Quelle: gjs

Scandlines-Chef Søren Poulsgaard Jensen verschärft den Ton im Widerstand gegen die geplante feste Fehmarnbelt-Querung (FBQ), die auf Grundlage eines Staatsvertrags zwischen Deutschland und Dänemark errichtet werden soll. Er erklärte jetzt in einem Interview mit einer dänischen Zeitung, dass der geplante Tunnel unter dem Fehmarnbelt das deutsch-dänische Fährunternehmen „zu einer Art Todeskampf“ zwinge. Er begründete in diesem Zusammenhang auch eine aggressive Lobbyarbeit gegen das milliardenschwere Verkehrsprojekt, in die etwa der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), ebenfalls ein Tunnelgegner, eingebunden ist. „Wir sind in einer ungewöhnlichen Situation, in der ein Konkurrent kommt, der von der Politik gefördert wird und zur gleichen Zeit von der Prämisse ausgeht, dass wir schließen.“ Im Interesse der 1500 Mitarbeiter des Fährunternehmen müsse nun etwas getan werden, „auch wenn es ungewöhnlich ist“.

Poulsgaard Jensen kündigte an, auch weiterhin mit der deutschen Umweltschutzorganisation zusammenzuarbeiten. Man habe ein gemeinsames Interesse. Eick von Ruschkowski, Fachbereichsleiter Naturschutz und Mitglied der Geschäftsleitung vom Nabu, bestätigte die Existenz eines Vertrages mit Scandlines für die Beratung im Fährverkehr. Über die Höhe des Vertragshonorars von Scandlines wollte er dagegen keine Angaben machen. Vereinbarungen mit Privatunternehmen lägen allerdings nur unter zehn Prozent des Jahresbudgets der Organisation von rund 35 Millionen Euro.

Neben Beratungsleistungen durch den Nabu hatte Scandlines im Vorjahr auch dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine Studie mit 20 000 Euro bezahlt, die den Tunnel infrage stellte.

Der rund 18 Kilometer lange Tunnel zwischen den Inseln Fehmarn auf deutscher und Lolland auf dänischer Seite soll nach neuesten Angaben für etwa sechs statt bislang veranschlagte 6,9 Milliarden Euro errichtet werden. Dänemark trägt die gesamten Baukosten für den kombinierten Schienen- und Straßentunnel. Über eine Nutzermaut soll das Projekt refinanziert werden.

Reinhard Zweigler

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