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Eine Box für alle Fälle

Lübeck Eine Box für alle Fälle

Wohin nur mit den ganzen Sachen? Wer etwas erbt oder umzieht, weiß oft nicht gleich, wo er sperrige Sachen wie Möbel oder Kisten voller nicht gesichtetem Kleinkram lassen soll. Dabei helfen „Self Storage“-Lagerhäuser. Ein Trend aus den USA, der sich auch hierzulande ausbreitet.

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Cay Cruse eröffnete mit „Freiraum 24“ Lübecks erstes Self Storage-Center.

Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen (2), Marcus Stöcklin (1)

Lübeck. Auf dem Schiebewagen von Manfred Wiencke (44) vom Lagerhaus „City Box 24“ in Lübeck liegen Kartons, ein Staubsauger, ein Ball und ein kleiner elektrischer Weihnachtsbaum. „Alles Dinge, die gerade nicht gebraucht werden, zum Wegwerfen aber zu schade sind“, sagt der Lagervermieter. Die Lösung: „Self Storage“. „Jeder kann hier eine Box mieten und seine Sachen selbst einlagern“, erklärt Wiencke.

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Wohin nur mit den ganzen Sachen? Wer etwas erbt oder umzieht, weiß oft nicht gleich, wo er sperrige Sachen wie Möbel oder Kisten voller nicht gesichtetem Kleinkram lassen soll. Dabei helfen „Self Storage“-Lagerhäuser. Ein Trend aus den USA, der sich auch hierzulande ausbreitet.

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Vorhängeschloss davor – und fertig. 24 Euro im Monat kostet die kleinste Box mit einem Kubikmeter Stellfläche. Die größte misst 20 Quadratmeter und ist für 180 Euro monatlich zu haben. Dafür ist der eingelagerte Besitz kameraüberwacht und alarmgesichert.

„Das Geschäft läuft super“, sagt Wiencke. „Wir sind zu rund 80 Prozent ausgelastet.“ Und das bei 600 Lagerboxen mit zusammen 6000 Quadratmetern Stellfläche. Lagerraum sei eben gefragt: „Zu unseren Kunden gehören Möbelhäuser, Behörden, die Archivmaterial lagern wollen, die Feuerwehr.“ Viele aber seien Privatleute: Erben etwa, die das Haus der verstorbenen Großeltern räumen müssten – und oft noch gar keine Zeit gefunden hätten, den Nachlass im Einzelnen zu sichten. „Manche öffnen dann in der Box zum ersten Mal einen Kasten oder eine Schublade und entdecken unerwartete Schätze“, hat Wiencke beobachtet.

Nicht alle Kundenwünsche indes könnten erfüllt werden. „Einmal wollte jemand seine Harley Davidson einlagern“, erinnert sich der Mitarbeiter. „Das geht aber aus Sicherheitsgründen nicht bei solchen größeren Maschinen, die Öl und Benzin enthalten.“ Auch die Frage, ob eine Box nicht vorübergehend zu Wohnzwecken gemietet werden könne, habe es schon gegeben. „Ist leider auch nicht möglich“, bedauert Wiencke.

Das ist bei Cay Cruse (56) von „Freiraum 24“ ganz genauso. Der Geschäftsmann, der aus einer alten Lübecker Kaufmannsfamilie stammt, beansprucht für seine vor sieben Jahren gegründete Firma den Titel:

„Lübecks erstes Self Storage Center“. Das Gelände im Gewerbegebiet erbte er, ursprünglich war dort ein Sanitärunternehmen. Cruse investierte 500000 Euro und machte aus der Liegenschaft eines der modernsten Miet-Lagerhäuser in ganz Deutschland. Damals mit 2000 Quadratmetern Lagerfläche – heute sind es bereits über 6000. Die Auslastung liege derzeit bei gut 90 Prozent, sagt Cruse. 25 Euro kostet die kleinste Lagerbox mit einem Kubikmeter Platz, 200 Euro sind für 60 Kubikmeter zu berappen. Doch schon für 55 Euro gibt es eine geräumige Gitterbox mit immerhin acht Kubikmetern zum Befüllen.

Die Gitterboxen stapelt Cruse in einer Halle. „Viele Studenten bringen hier ihre Habe unter, wenn sie mal ein Auslandssemester einlegen.“ In einem der käfigartigen Behälter liegen neben Umzugskartons volle Einkaufstaschen mit allerlei Krimskrams, ein zusammengerollter Teppich, eine Stereoanlage, ein gerahmtes Poster. „Für Aktenordner ist so eine Box natürlich auch ideal“, wirbt Cruse, der inzwischen fünf Mitarbeiter beschäftigt. Seine Kunden kämen nicht nur aus Lübeck, sondern der ganzen Umgebung. „Bis Fehmarn.“

Ein sehr großes Einzugsgebiet hat auch das „Citylagerhaus Neumünster“, das als kleinste Einheit zwei Quadratmeter ab 55 Euro im Monat bietet. Insgesamt sind es 134 Boxen unterschiedlicher Größe, fast alle derzeit vermietet. „Selbst aus Hamburg kommen Kunden“, erklärt Lagerverwalter Michael Schmitz. Dort nämlich seien die meisten Lagerhäuser überfüllt – und außerdem auch teurer.

„Ein Kunde ist Rentner geworden und nun ein paar Jahre mit dem Wohnmobil unterwegs“, verrät Schmitz. „Der hat sein Haus verkauft.“ Ein anderer wolle renovieren und habe deshalb für zwei Monate seinen Hausrat eingelagert. „Da ist so eine Box schon praktisch“, findet der Vermieter.

Wachstumsmarkt in Deutschland

Rund 200 „Self-Storage“-Lagerhäuser gibt es in Deutschland. Das sind etwa 2,5 pro eine Million Einwohner. Im Vergleich zu anderen Ländern wenig: Der europäische Durchschnitt liegt bei 6,6. Der Trend kommt aus den USA, wo vor allem in Metropolen mit rarem und teurem Wohnraum der Bedarf an zusätzlichem Stauplatz hoch ist. In den USA wurde das Geschäftsmodell „Self Storage“ in den 1960er Jahren auch erfunden. In den letzten zwei Jahren hat der Trend dort weiter zugelegt. Der Verband der Self Storage Unternehmen sieht in Deutschland einen Markt für 300 weitere „Self-Storage“-Häuser.

Marcus Stöcklin

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