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Wirtschaft im Norden Eingepackt: So kommt das Müsli in den Karton
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Eingepackt: So kommt das Müsli in den Karton
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22:01 14.10.2017
Seinen Augen entgeht so leicht nichts: An einer der langen Verpackungslinien prüft Sascha Venzke (35) eine Müslischachtel. Quelle: Fotos: Rüdiger Jacob
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Lübeck

Der süßliche Duft weht weit über seinen Arbeitsplatz und entstammt der großen Backstraße. Der Maschinen- und Anlagenführer Sascha Venzke arbeitet beim Lübecker Müsli- und Cerealienhersteller Brüggen. Dort steht der 35-Jährige an der 25 Meter langen Verpackungslinie, an einem sogenannten Umkartonierer. Venzke macht Stichproben und nimmt dazu eine Schachtel mit einem fertigen Knuspermüsli in die Hände.

Bei Brüggen ist Sascha Venzke (35) der Herrscher der Faltschachtelmaschine.

„Ich achte darauf, ob sich an dem Karton noch Leimreste befinden oder ob die Verpackung angeknickt ist“, erklärt Venzke, der auch untersucht, ob das Haltbarkeitsdatum korrekt ist. Damit dem Maschinenführer nichts entgeht, kommt auch eine Kamera zum Einsatz. Sie prüft, ob etwa ein Datum gänzlich fehlt. So ist sichergestellt, dass keine fehlerhafte Faltschachtel das Band verlässt.

Zuvor muss Venzke in der Mischerei anrufen, wenn er beispielsweise für ein bestimmtes Müsli noch Nüsse oder Schokolade braucht. Auch das zählt zu den Aufgaben des Maschinen- und Anlagenführers.

Jede halbe Stunde muss Venzke die händischen und optischen Prüfungen durchführen, „dazwischen wird auch öfter geprüft“, erklärt er diesen Arbeitsschritt.

Wichtiger Teil des Produktionsprozesses ist auch eine Mehrkopfwaage, in die Cornflakes, Flocken oder eben das Knuspermüsli kommen und portinoniert werden.

Vollautomatisch geht das Produkt danach in eine Schlauchbeutelmaschine, wo die genau vorbestimmte Menge in einen Beutel gefüllt wird. Über Förderbänder wird der fertige Beutel zur Faltschachtelanlage weitertransportiert. Auch wenn sich an der Faltschachtelanlage einmal etwas verfängt, ist der Mitarbeiter an der langen Verpackungsstraße mit den vielen Maschinen zur Stelle.

Wieder ist die menschliche Kontrolle gefragt. Ist die von Venzke geprüfte Faltschachtel noch in Ordnung, wandert sie weiter in Richtung Palettierung. Davor werden die Müslis aber noch einmal geröntgt. „Dabei wird das Produkt auf metallische Gegenstände, Glas, Keramik oder Steine untersucht“, sagt Brüggen-Produktionsleiter und Lebensmitteltechniker Norman Gehl. Nicht einwandfreie Kartons verlassen den Kreislauf automatisch.

Nach der Palettierung werden die Paletten zum Versand in das angrenzende Logistikzentrum transportiert. Dort befindet sich ein großes Hochregallager. Brüggen expandiert und erweitert sein Logistikzentrum und lässt derzeit noch eine zusätzliche Produktionsstätte errichten. Dort, wo der süßliche Duft in der Luft liegt.

1000 Mitarbeiter

Die Zutaten bezieht Brüggen oft aus Ursprungsländern. So kommen die Sultaninen aus Kalifornien. Die Schokolade kommt aus Deutschland, der Hafer aus Skandinavien, Weizen aus der Region. Der Müslimacher beschäftigt etwa 1000 Mitarbeiter, darunter 67 Auszubildende. Das Lübecker Familientraditionshaus, das inzwischen in der vierten Generation geführt wird, feiert im kommenden Jahr sein 150-jähriges Bestehen.

 Rüdiger Jacob

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