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Einzelhandel mit stärkstem Jahr seit 1994

Berlin/Lübeck Einzelhandel mit stärkstem Jahr seit 1994

Umsatzplus von 2,8 bis 3,1 Prozent erwartet — Online-Geschäft ist weiter Wachstumstreiber — Aussichten positiv.

Verbraucher in Konsumlaune haben die Kassen der Einzelhändler kräftig klingeln lassen.

Quelle: dpa

Berlin. Verbraucher in Konsumlaune haben die Kassen der Einzelhändler kräftig klingeln lassen. Der Handel verzeichnet 2015 das stärkste Geschäftsjahr seit mehr als 20 Jahren. Das Umsatzplus von voraussichtlich 2,8 bis 3,1 Prozent wäre die höchste Steigerungsrate seit 1994, hat das Statistische Bundesamt anhand der Daten bis einschließlich November 2015 hochgerechnet. Denn schon für die ersten elf Monate des Jahres ergibt sich mit 2,8 Prozent die höchste reale Umsatzsteigerung seit Mitte der 1990er Jahre, teilte die Wiesbadener Behörde mit.

Seit 2009 geht es für die Branche stetig aufwärts. Damals verzeichnete der Einzelhandel im engeren Sinn — also ohne Kfz-Handel, Tankstellen und Apotheken — Umsatzeinbußen von 3,1 Prozent. Doch schon im Folgejahr ging es mit einem Umsatzplus von zwei Prozent wieder nach oben — und die positive Entwicklung setzt sich ungebremst fort. Für das abgelaufene Jahr rechnet der Handelsverband Deutschland mit einem Umsatz im engeren Sinn von 471 Milliarden Euro, das sind 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Allein im Weihnachtsgeschäft lag der Umsatz bei 86,7 Milliarden Euro.

In Schleswig-Holstein lief das Weihnachtsgeschäft nach einem schleppenden Start gut. „Wir sind insgesamt zufrieden“, sagte Monika Dürrer, Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Nord. Renner seien Spielwaren, Bücher und Unterhaltungselektronik gewesen. 3,2 Milliarden Euro Umsatz haben die Einzelhändler in Schleswig-Holstein nach Angaben des EHV Nord gemacht. Im gesamten Jahr 2015 liegt er voraussichtlich bei 17,3 Milliarden — eine Steigerung von 2,7 Prozent. Ein Wachstumstreiber ist nach wie vor der Online-Handel. In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete er stets zweistellige Wachstumsraten. 43,6 Milliarden Euro Umsatz machte der Online-Handel laut Handelsverband Deutschland im abgelaufenen Jahr — ein Plus von zwölf Prozent. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Jahr 2015“, sagt Oliver Prothmann, Präsident des Bundesverbands Onlinehandel (BVOH). „Nicht nur mit dem Umsatz, sondern auch mit der Entwicklung. Es ist alles professioneller und sicherer geworden.“ Mittlerweile würden auch immer mehr Produkte des täglichen Bedarfs wie Klopapier und Zahnbürsten übers Netz gekauft, sagt Prothmann. „Das ist für uns das Signal, dass diese Art des Einkaufens nichts Besonderes mehr ist.“

Das beste Weihnachtsgeschäft seiner Geschichte erlebte der Onlinehändler Otto — laut BVOH nach Amazon und Ebay der drittgrößte im Jahr 2015. Bei Otto standen Elektronik-Produkte wie Notebooks, LED-Fernseher und Smartphones auf der Hitliste der beliebtesten Geschenke ganz oben, sagte eine Unternehmenssprecherin. Sehr beliebt beim Einkauf im Netz waren zu Weihnachten nach Angaben des BVOH generell Spielwaren. „Da gab es gegenüber 2014 eine extreme Steigerung“, sagt Prothmann. Aber auch Haushaltsgeräte und tragbare Fitnesstracker waren sehr gefragt.

Amazon sprach ebenfalls von einem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft, ohne dabei allerdings genaue Umsatzzahlen für Deutschland zu nennen. Um in großen Städten Pakete noch am Tag der Bestellung oder am nächsten Tag ausliefern zu können, plant der Versandhändler künftig einen eigenen Paketdienst in Deutschland.

Nicht nur der Online-Handel blickt optimistisch ins Jahr 2016, die gesamte Branche ist zuversichtlich. Ökonomen erwarten, dass der Konsum auch 2016 die tragende Säule des deutschen Wirtschaftswachstums sein wird. „Die Ausgangswerte sind gut“, sagte Monika Dürrer vom EHV Nord. „Die Beschäftigungszahlen sind extrem hoch, die Kaufkraft wird wachsen, weil mehr Menschen arbeiten, und 2015 gab es positive Tarifabschlüsse.“ Sie gibt allerdings zu bedenken, dass mehr Geld in den Taschen der Konsumenten nicht direkt in den Einzelhandel fließt.

Studie: Nach Praktiker-Pleite fanden die meisten wieder einen Job
Ein Großteil der ehemaligen Beschäftigten der insolventen Baumarktketten Praktiker und Max Bahr haben wieder einen Job gefunden. Das ergab eine wissenschaftliche Untersuchung über die Arbeit der Transfergesellschaften, die nach den beiden Insolvenzen eingesetzt worden waren. Laut den vorgestellten Ergebnissen fanden zwei Drittel der Beschäftigten in eine neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder in die Selbstständigkeit. Ein Viertel sei dagegen arbeitslos geblieben. Das sei ein sehr gutes Ergebnis — auch im Vergleich zu ähnlichen Fällen, sagte Studienleiter Gernot Mühge vom Bochumer Helex-Institut. Bei der Schlecker-Insolvenz fanden etwa 49 Prozent der Beschäftigten wieder eine Stelle, 39 Prozent blieben dagegen arbeitslos. Viele Vergleichsmöglichkeiten gibt es jedoch nicht. Mit 7600 Beschäftigten (von 8200 Berechtigten) in sechs Transfergesellschaften war der Fall Praktiker/Max Bahr der größte seit 1998. Insgesamt beschäftigten beide Ketten 15000 Arbeitnehmer, von denen aber 5500 geringfügig beschäftigt waren und nicht für eine Transfergesellschaft infrage kamen.

juk

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Dickes Plus im Einzelhandel
Von Oliver Vogt

Der Einzelhandel hat im gerade zu Ende gegangenen Jahr ein sattes Umsatzplus erwirtschaftet und blickt voller Optimismus in die Zukunft.

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