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Ende eines Millionenpokers: Insolvenzplan für Uthoff

Kiel Ende eines Millionenpokers: Insolvenzplan für Uthoff

Gläubiger einigen sich vor Amtsgericht in Kiel, verzichten aber auf Ansprüche.

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Verkaufte wegen der Insolvenz seine Augenklinik: der Kieler Arzt Detlef Uthoff. FOTO: DANIEL BOCKWOLDT/DPA

Kiel. . Letzter Akt im Steuerfall Uthoff: Nach jahrelangem Hickhack ist der Steuerfall des Kieler Augenarztes Detlef Uthoff beendet. 

Die Gläubiger des Mediziners nahmen gestern im Kieler Amtsgericht den Insolvenzplan an, sie brauchten weniger als 45 Minuten für ihr einstimmiges Votum. Die ursprünglichen Forderungen beliefen sich auf rund 120 Millionen Euro. Unterm Strich verzichteten die mehr als 100 Gläubiger damit auf viel Geld. Zur Höhe der Insolvenzmasse wollte sich Insolvenzverwalter Klaus Pannen nicht äußern. Er sagte lediglich, „es ist deutlich unter 100 Millionen Euro“.

Konkret sieht die Einigung nun so aus: Die beiden Großgläubiger, die Gesellschaft DSU und das Finanzamt, erhalten 15 beziehungsweise 17 Prozent ihrer Ansprüche. Die Forderungen der DSU beliefen sich ursprünglich auf gut 50 Millionen Euro, die des Finanzamts auf bis zu 29 Millionen Euro. Normalgläubiger bekommen demnach rund 30 Prozent, Kleinstgläubiger 95 Prozent. Bei letzteren geht es insbesondere um Ansprüche von Mitarbeitern der Augenklinik Bellevue, die nicht vom Insolvenzgeld abgedeckt waren.

Sichtlich zufrieden wirkte Insolvenzberater Pannen nach der Einigung im Saal 4 des Amtsgerichts. „Die Alternative wäre in der Tat gewesen, dass es über etliche Jahre Rechtsstreitigkeiten gegeben hätte“, sagte er. Möglich sei die Einigung nur gewesen, weil Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichtet hätten. Pannen sprach von einem außergewöhnlichen Verfahren. „Dass die Klinik mit dem gesamten Personal vollumfänglich weitergeführt wird, ist ganz sicher ein Erfolg.“

Uthoff hatte die Augenklinik im vergangenen Jahr an eine Investorengruppe um Operateure der Klinik verkauft. Zum Insolvenzplan gehört auch eine Restschuldbefreiung für Uthoff. Das Amtsgericht hat dem Plan bereits zugestimmt. Uthoffs Sprecher Rolf Rattunde sagte, der Augenarzt habe sein Ziel erreicht, die Augenklinik zu sichern. „Es ist erfreulich, dass zum Schluss eine einstimmige Einigung möglich war und dieser jahrelange Streit endlich beendet werden konnte.“ Uthoff habe „mit diesen Streitigkeiten abgeschlossen“.

Zu Uthoffs Gläubigern gehört auch die Stadt Kiel. Sie erhält nun ebenfalls 30 Prozent ihrer Forderungen in Höhe von 7,8 Millionen Euro. Das ist weniger als in einem Steuer-Deal zwischen der Stadt und Uthoff, über den die damalige Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) vor drei Jahren stürzte.

Gaschke hatte Uthoff im Jahr 2013 an der Ratsversammlung vorbei per Eilentscheid Zinsen und Säumniszuschläge von 3,7 Millionen Euro erlassen. Dafür wollte der Unternehmer 4,1 Millionen Euro an Gewerbesteuern abstottern. Die Stadt nahm den als rechtswidrig eingestuften Erlass später zurück.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) zeigte sich zufrieden. „Es ist gut, dass nun ein rechtlich einwandfreier Schlussstrich unter diesen langjährigen Steuerfall gezogen worden ist.“

Chronologie der Ereignisse

21. Juni 2013: Die damalige Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) erlässt dem Mediziner Zinsen und Säumniszuschläge in Höhe von 3,7 Millionen Euro.

27. September 2013: Der Steuerdeal war laut Kommunalaufsicht rechtswidrig.

6. November 2014: Das Amtsgericht eröffnet Insolvenzerfahren.

24. März 2015: Uthoff verkauft seine Augenklinik.

17. November: Kieler Ratsversammlung stimmt neuem Insolvenzplan zu.

24. November: Die Gläubiger einigen sich.

LN

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