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Eon bringt seine Kraftwerke an die Börse

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Der Konzern spaltet sich auf. Tochter Uniper – zuständig fürs klassische Geschäft mit Kohle und Gas – legt einen guten Start hin.

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Auch das Steinkohle-Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen gehört nun zu Uniper.

Quelle: Franz-Peter Tschauner/dpa

Düsseldorf. Beim Energiekonzern Eon hat eine neue Zeitrechnung begonnen. „Wir freuen uns heute unheimlich über einen doppelten Geburtstag“, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen in Berlin. Nach rund zwei Jahren Vorbereitung brachte das Unternehmen gestern sein altes Kerngeschäft mit Großkraftwerken und dem Energiehandel an die Börse. Nur die Atomkraftwerke bleiben bei Eon. Die Uniper-Aktie feierte ein ordentliches Debüt.

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Der Konzern spaltet sich auf. Tochter Uniper – zuständig fürs klassische Geschäft mit Kohle und Gas – legt einen guten Start hin.

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Allerdings liegt der Börsenwert meilenweit vom bisherigen Buchwert im alten Eon-Konzern entfernt.

War diese aufwendige und teure Spaltung wirklich notwendig?

Teyssen sagt überzeugt „Ja“. Vom Bohrloch in der Nordsee bis zur Photovoltaikanlage auf dem Dach des Privatkunden – diese breite Palette böten auch international immer weniger Energiekonzerne an. Ein reines „Weiter so“ als Versorger mit Komplettangebot bedeute langsame Abwicklung.

Aber die „alte Energie“ von Uniper will doch kaum mehr einer?

„Unser Geschäft ist die Versorgungssicherheit“, sagt Uniper-Chef Klaus Schäfer. Er ist überzeugt, dass die Großkraftwerke mit Gas und Kohle noch jahrzehntelang gebraucht werden, um das schwankende Angebot von Strom aus Sonne und Wind auszugleichen. So gesehen werden die Schornsteine noch lange rauchen. Zwar verdienten die Anlagen angesichts des Verfalls der Strompreise im Großhandel in den vergangenen Jahren immer weniger – viele mussten abgeschaltet werden. Teyssen glaubt aber, dass beim Börsenstrompreis der Tiefstpunkt hinter der Branche liegt. Auch wenn die Rohstoffpreise wieder steigen, dürfte Uniper davon profitieren. Das Management setzt zudem auf ein Sparprogramm.

Wie lief der Börsengang?

„Dafür, dass Uniper von bösen Zungen als Reste-Rampe oder „E-Off“ bezeichnet wurde, ist der Börsenstart gut gelungen“, sagt Analyst Robert Halver von der Baader Bank. Der erste Kurs lag bei 10,015 Euro. Damit kam Uniper allerdings auf einen bescheidenen Börsenwert von gerade einmal rund 3,6 Milliarden Euro. In den Eon-Büchern stand zuletzt noch ein Wert von zwölf Milliarden Euro.

Was war das Besondere an dem Börsengang?

Es handelte sich nicht um eine klassische Erstnotiz, bei der Aktien an neue Anleger ausgegeben werden. Vielmehr bekamen die Eon-Aktionäre über das Wochenende automatisch für je zehn Eon-Papiere eine Uniper-Aktie in ihr Depot gebucht – also praktisch geschenkt. Mit diesen Papieren können sie nun handeln. Eon gibt 53,35 Prozent von Uniper an seine Aktionäre ab, den Rest behält der Konzern erst einmal.

Wer interessiert sich für Uniper?

Uniper wird kein Wachstumsunternehmen. Investitionen sollen praktisch nur in den Erhalt der bestehenden Anlagen fließen. Punkten will man vielmehr mit einer großzügigen Dividenden-Politik. Für das erste Jahr gibt es das Versprechen, 200 Millionen Euro auszuschütten, das sind 55 Cent je Aktie.

Idee vom Mitarbeiter

Für den Namen der neuen Gesellschaft hat sich Energieriese Eon im Englischen bedient. Es wurden zwei Begriffe zusammengezogen. Der Name Uniper wurde von einem Mitarbeiter vorgeschlagen und unter 3000 Ideen ausgewählt. Er steht für „Unique Performance“, also für „einzigartige Leistungsfähigkeit und Kompetenz“.

Auch Konkurrent RWE hat für seine Tochter Innogy auf dieses Verfahren zurückgegriffen. Die Bezeichnung entstand aus „Innovation“ und „Energy“.

LN

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