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Eon macht Rekordverlust von sieben Milliarden Euro

Essen Eon macht Rekordverlust von sieben Milliarden Euro

Die Krise bei Eon geht vor der Aufspaltung in neue und alte Energien ungebremst weiter.

Essen. Die Krise bei Eon geht vor der Aufspaltung in neue und alte Energien ungebremst weiter. Nach einem Rekordverlust von sieben Milliarden Euro im vergangenen Jahr stimmte Deutschlands größter Versorger auf schwere Zeiten und sinkende Dividenden ein. Der Vorstand räumte ein, dass die Energiepreise noch stärker gesunken seien als erwartet. Daher habe das Management bisherige Annahmen über die Entwicklung von Eon und seiner künftigen Kraftwerksgesellschaft Uniper auf den Prüfstand gestellt. Die Ergebnisse dieser Überlegungen will die Eon-Spitze Ende April vorlegen.

„Wir müssen feststellen, dass die ersten Monate des neuen Jahres keine Zeichen der Besserung unseres Marktumfeldes zeigen, sondern vielmehr weitere Eintrübungen aufweisen“, sagte Finanzvorstand Michael Sen. So hätten die Großhandels-Strompreise neue Tiefststände erreicht. Zudem stehe der Gaspreis unter Druck. Hinzu komme der schwache Rubel-Kurs, der das wichtige Russland-Geschäft belaste.

Das müssten künftige Investitionen und Dividenden widerspiegeln. Die Krise hinterließ 2015 tiefe Spuren in der Konzernbilanz. Wegen der weggebrochenen Gewinnaussichten der Großkraftwerke verbuchte Eon Abschreibungen von 8,8 Milliarden Euro. Dies führte zum höchsten Verlust in der Unternehmensgeschichte.

Schon für 2014 hatte der Konzern ein Minus von 3,2 Milliarden Euro gemeldet. „Unsere Kennzahlen spiegeln wider, dass sich die Branche in einem grundlegenden strukturellen Umbruch befindet, der sich in diesem Jahr ungebremst fortsetzt“, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen. An seinem Dividenden-Versprechen hielt Eon dennoch zunächst fest. Demnach sollen die Aktionäre wie im Vorjahr 50 Cent je Anteilsschein bekommen. Allerdings stellte Finanzchef Sen fest, dass diese Ausschüttung nicht ins aktuelle Umfeld passe. Eon hatte seinen Aktionären für die Phase der Neuausrichtung für zwei Jahre eine feste Dividende zugesagt.

Der Preisverfall an den Strombörsen belastete bei Eon im vorigen Jahr auch das operative Ergebnis. So sackte der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um zehn Prozent auf 7,6 Milliarden Euro ab, erreichte damit aber noch das obere Ende der Konzernprognosen. In diesem Jahr dürfte sich die Talfahrt beschleunigen.

Schon seit dem Jahreswechsel greift im täglichen Betrieb die Neuausrichtung. Das Geschäft mit großen Kraftwerken wird seitdem von Uniper aus Düsseldorf geführt. Das Hauptunternehmen sitzt nun in Essen und konzentriert sich auf erneuerbare Energien und den Vertrieb. Die endgültige Trennung soll bei der Hauptversammlung am 8. Juni beschlossen werden.

LN

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