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Wirtschaft im Norden Erdbeeren und Spargel warm verpackt
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18:22 26.03.2016
Hans-Peter Goldnick vom Hornbrooker Hof lupft die Folie: Darunter sind die Erdbeeren geschützt. Quelle: Maxwitat

Die Erdbeeren in Schleswig-Holstein stehen kurz vor der Blüte. „Dann dauert es noch rund sechs Wochen bis zur Ernte“, erklärt Lena Goldnick, Juniorchefin vom Hornbrooker Hof in Nehms (Kreis Segeberg). Sie rechnet wie viele ihrer Kollegen Mitte Mai mit den ersten roten Früchten. Möglich wird der frühe Saisonstart durch eine warme Verpackung der Erdbeerpflanzen. Die meisten Betriebe schützen sie mit einer Doppelabdeckung durch Vlies und Lochfolie. Eigentlich sind Erdbeeren erst Anfang/Mitte Juni reif.

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Viele Betriebe wollen eine frühe Ernte — Folien, Vlies und Tunnel schützen die Pflanzen und lassen sie schneller reifen.

Die Erdbeeranbauer in Mecklenburg-Vorpommern wollen noch schneller sein — sie lassen einen Teil der Früchte unter großen Folientunneln reifen. Zusätzlich sind auch ihre Pflanzen unter einer Folien- und Vliesschicht verpackt. Dadurch könne eine Verfrühung um bis zu sechs Wochen erreicht werden, erklärt Betriebsleiter Wolfgang Loll von Karls Erdbeerhof in Rövershagen bei Rostock. „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Verbraucher regelrecht darauf warten, endlich Erdbeeren aus der Region kaufen zu können“, sagt er.

„Die Kunden sind heiß darauf. Für sie bedeutet die Erdbeere den Start in den Sommer“, meint Enno Glantz vom gleichnamigen Hof in Delingsdorf (Kreis Stormarn), der in der Nähe von Wismar Erdbeeren im Tunnel anbaut, die auch im Hamburger Umland verkauft werden. „Es ist zwingend notwendig, die frühe Ware zu haben“, sagt auch Lena Goldnick. Dabei schmeckten Erdbeeren aus dem Freiland anders. „Sie haben mehr Zuckeraroma.“

Nach Auskunft der Landwirtschaftskammer ziehen nahezu alle Betriebe in Schleswig-Holstein ihren Erdbeeranbau zeitlich nach vorne. „Das sind rund 250 Hektar und 25 Prozent der Gesamtanbaufläche“, sagt Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer. Folientunnel sind im nördlichsten Bundesland jedoch bisher eher selten. Der Erdbeerhof Kaack in Fuhlendorf (Kreis Segeberg) beispielsweise nutzt sie auf rund drei Hektar Fläche. Die Kosten sind allerdings höher: Mindestens 50000 Euro pro Hektar kostet der Anbau unterm Foliendach.

Auch dem Spargel wird mit Folien und Minitunneln auf die Sprünge geholfen. „Sie beschleunigen die Erwärmung der Spargeldämme und halten die Wärme auch besser“, erklärt Rixen. Dennoch gibt es in diesem Jahr zu Ostern noch keinen Freilandspargel aus Schleswig-Holstein. Als Grund nennt die Landwirtschaftskammer zum einen den frühen Oster-Termin, zum anderen die eher niedrigen Temperaturen mit Nachtfrösten der vergangenen Woche. Nach derzeitigen Wettervorhersagen könnten voraussichtlich Mitte bis Ende April die ersten Spargelstangen geerntet werden. Erwartet werden laut Kammer beste Spargelqualitäten — vorausgesetzt, die Temperaturen im Damm bleiben gleichmäßig zwischen 15 und 20 Grad. Die Preise könnten leicht steigen, da die Kosten der Spargelerzeuger leicht gestiegen sind.

Bis zum 24. Juni werden in Schleswig-Holstein rund 1600 Tonnen Spargel gestochen. Am liebsten werden die weißen Stangen gegessen — der Pro-Kopf-Verbrauch liegt im Schnitt bei 1,5 Kilogramm im Jahr.

Hier wird angebaut

Die Anbaufläche von Erdbeeren liegt nach Angaben des Statistikamtes Nord bei rund 1000 Hektar, die Zahl der Betriebe bei 80. Die größten Flächen liegen in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Plön und Ostholstein.

Spargel wird von 60 Betrieben auf einer Fläche von mittlerweile 450 Hektar angebaut. Schwerpunkte liegen rund um Hamburg, bei Neumünster sowie zwischen Lübeck und Lauenburg.

Von Julia Paulat

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