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Erfindung aus Norderstedt: Surfen mit Jetantrieb

Norderstedt Erfindung aus Norderstedt: Surfen mit Jetantrieb

Die Nachfrage nach dem neuen Wassersportgerät Lampuga ist weltweit rasant gestiegen.

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Benjamin Köhnsen (r.) und Olaf Jacobsen kontrollieren den Einbau der Powerbox.

Quelle: Welding

Norderstedt. Wem Stand-up-Paddling (SUP) oder Windsurfen irgendwann zu langsam ist, kommt bei der Suche nach Alternativen am Lampuga nicht vorbei. Das neue Wassersportgerät des Start-up-Unternehmens Sashay (Hamburg/Norderstedt) stößt nach einer mehrjährigen Entwicklungsphase auf enormes Interesse. Den Lampuga beschleunigt ein Elektromotor samt Jetantrieb auf über Tempo 50.

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Die Nachfrage nach dem neuen Wassersportgerät Lampuga ist weltweit rasant gestiegen.

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„Die Rückschläge haben uns ständig auf neue Ideen gebracht.“ Geschäftsführer Benjamin Köhnsen

Diese Idee könnte von Daniel Düsentrieb stammen, jenem genial- schrägen Erfinder aus der Comicwelt. Denn um ein federleichtes Surfbrett mit einem 15 PS starken Jetantrieb auszustatten, muss ein Erfinder schon ein bisschen verrückt sein. In diesem Fall spielt der Wasser-Düsenantrieb tatsächlich die Hauptrolle. Denn der ersetzt das Segel des Surfbretts und das Paddel beim SUP.

„Angefangen hat alles mit dem Modellbau“, erzählt Geschäftsführer Benjamin Köhnsen von einer Zeit, als er noch Unternehmensberater war und schließlich das Hobby zum Startup machte. Den ersten Prototypen mit dem Motor im Surfbrett stattete er vor acht Jahren mit Modellbauteilen aus. Das sei zwar witzig gewesen, führte aber nicht zum Erfolg: „Nach spätestens zwanzig Metern auf dem Wasser bin ich regelmäßig abgesoffen“, berichtet der 37-Jährige.

Seine Idee: ein leichtes Board möglichst schnell machen – dank der Power eines Jetantriebs in Kombination mit einem leistungsfähigen Elektromotor samt Akku. Damit wollte Köhnsen ein rasantes Wassersportvergnügen auch auf Binnenseen ermöglichen, wo beim Windsurfen oder Wellenreiten meist wenig Freude aufkommt. Das Surfboard sollte umweltschonend und geräuscharm sowie einfach zu fahren und transportieren sein.

„Wasser und Elektronik vertragen sich nicht besonders gut – diese Erfahrung mussten wir am Anfang machen. Aber die Rückschläge haben uns ständig auf neue Ideen gebracht“, erzählt der Gründer, der den Schiffbauingenieur Olaf Jacobsen und den Zahlenmensch Marc Hammerla mit aufs Elektro-Brett holte. „Wir haben das Jet-Board langsam, aber stetig weiter perfektioniert und 2011 schließlich Sashay in Hamburg gegründet.“ Auf den Markt brachten sie den „Lampuga Boost“ 2014: Anfangs arbeiteten sechs Leute in der Sashay- Produktionshalle in Norderstedt, nur eine Handvoll Bretter verließen pro Monat die Endkontrolle.

Das änderte sich 2015. „Als wir den Lampuga auf der Leitmesse Boot in Düsseldorf erstmals dem internationalen Publikum vorstellten, wurden wir von einer überwältigenden Resonanz überrascht: Die Nachfrage unter anderem von Jachteignern an der Côte d'Azur oder aus den Vereinigten Arabischen Emiraten überstieg alle Erwartungen“, sagt Köhnsen. Inzwischen können die 26 Spezialisten im Unternehmen die Masse an Aufträgen kaum abarbeiten. „Über 250 E-Boards haben wir schon weltweit ausgeliefert, für 2016 rechnen wir mit einem Umsatz von vier Millionen Euro – damit schreiben wir bereits schwarze Zahlen“, berichtet Köhnsen. Für die Entwicklung hatte er viele Mitstreiter über Crowdfunding gewonnen – so kamen 2,2 Millionen Euro zusammen.

Im Herzen des E-Boards sitzt die mehrfach gegen Wassereintritt geschützte, computergesteuerte Powerbox, das Herz von Lampuga: Es gibt nur zwei Knöpfe und eine Temporegelung, die der Fahrer mit der Hand steuert.

Bisher bietet Sashay zwei Modelle an: Neben dem „Lampuga Boost“aus Carbon (mit 15 und 22 PS, ab 15400 Euro) auch die leicht transportable Variante „Lampuga Air“ für 11780 Euro. Derzeit arbeiten die Norderstedter mit der DLRG an einem Zwei-Mann-Lampuga, der Menschen aus Seenot bergen kann – schneller als jedes Rettungsboot.

Joachim Welding

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