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Erneut deutlicher Gewinneinbruch bei VW

Wolfsburg Erneut deutlicher Gewinneinbruch bei VW

Abgas-Affäre belastet den Konzern weiter – Allein die Anwälte kosten hunderte Millionen Euro – Belegschaft in Deutschland sinkt.

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Wolfsburg. Volkswagen handelt sich im Abgas-Skandal den nächsten heftigen Gewinneinbruch ein. Unterm Strich sackte das Ergebnis zwischen Januar und Ende März um rund ein Fünftel ab, teilte der Konzern gestern in Wolfsburg mit. Die Kernmarke VW mit Modellen wie dem Golf und dem Passat konnte nur noch knapp den Sturz in die roten Zahlen vermeiden.

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Abgas-Affäre belastet den Konzern weiter – Allein die Anwälte kosten hunderte Millionen Euro – Belegschaft in Deutschland sinkt.

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VW versuchte mit hohen Rabatten, die Verkäufe trotz Diesel-Skandal stabil zu halten. Die Vertriebskosten stiegen zu Jahresbeginn aber bei weitem nicht mehr so stark wie direkt nach Bekanntwerden der Manipulationen. Ursprünglich hatte der Konzern sogar noch mit rund 100 Millionen Euro mehr Anreizen kalkuliert, er schöpfte diesen Puffer aber nicht komplett aus.

Auch die Währungskurse spielten Europas größtem Autobauer in die Karten: Die milliardenschweren Rückstellungen für die Folgen der Abgas-Krise gewannen bei der Währungsumrechnung an Wert. Grund ist vor allem der gestiegene Euro-Kurs gegenüber dem US-Dollar. Deswegen konnte VW einen Teil dieses Polsters auflösen und im operativen Ergebnis verbuchen. Das brachte 500 Millionen Euro und sorgte dafür, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sogar um 112 Millionen auf 3,4 Milliarden Euro kletterte.

Andererseits zeigt ein weiterer Posten, wie präsent die Abgas-Affäre in den Büchern bleibt: Für künftige Anwaltskosten legte Volkswagen im ersten Quartal 200 Millionen Euro mehr zurück.

VW-Konzernchef Matthias Müller zeigte sich vorsichtig zufrieden: „Es ist uns auch im ersten Quartal gelungen, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Dieselthematik in Grenzen zu halten und unter schwierigen Bedingungen respektable Ergebnisse zu erwirtschaften.“

In den USA, wo der Abgas-Skandal seinen Ursprung hatte, gibt es immer noch keine definitive Lösung mit den US-Behörden. Dabei geht es etwa darum, wie viele Autos VW kostspielig zurückkaufen muss.

Außerdem kommt Volkswagen bei der Umrüstung der manipulierten Fahrzeuge nur schleppend voran. Seit Jahresbeginn wurden in Europa erst 50 000 Autos umgerüstet, sagt Vertriebschef Fred Kappler. Es könne sein, dass VW es nicht schaffe, bis zum Jahresende alle Autos umzurüsten – das war das vorgegebene Ziel. Probleme hat VW auch in seinem wichtigsten Markt. In China musste der Autobauer massiv Federn lassen. Das anteilige operative Ergebnis aus dem Geschäft im Reich der Mitte sackte im ersten Quartal um ein Viertel im Jahresvergleich auf 1,2 Milliarden Euro ab.

Ein hartnäckiges Problem bleibt die Ertragsschwäche der Kernmarke mit dem VW-Logo: Auch zum Jahresstart warf das Sorgenkind mit Golf und Passat kaum Gewinn ab. Zwar arbeitete die Marke in den ersten drei Monaten mit 73 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wieder profitabel. Doch im Vergleich zum Startquartal des Vorjahres (514 Millionen Euro) brach das Ergebnis um 86

Prozent ein. Die großen Gewinnbringer bleiben die Luxusmarken Audi und Porsche. Auch die tschechische Tochter Skoda glänzte.

Der Konzern-Umsatz sank um 3,4 Prozent auf knapp 51 Milliarden Euro. Wie schon bekannt, schrumpften die Verkaufszahlen leicht um 1,2 Prozent auf knapp 2,6 Millionen Fahrzeuge. Auch eine weitere Kennziffer zeigt neuerdings rückläufige Vorzeichen: Nach jahrelangen Zuwächsen sank die Mitarbeiterzahl im Inland seit dem Jahreswechsel um rund 800 Stellen auf 277900. Dieser Rückgang binnen drei Monaten entspricht einem Minus von 0,3 Prozent. Im Ausland lief der Aufbau dagegen weiter: 1,1 Prozent Plus hoben die Mitarbeiterzahl außerhalb Deutschlands um fast 4000 Stellen auf 335200 Jobs.

LN

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