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Ernteausfall im Süden lässt Gemüse-Preise bei uns steigen

Lübeck/Bonn Ernteausfall im Süden lässt Gemüse-Preise bei uns steigen

Deutlich höhere Kosten für Import-Ware – Lieferprobleme im Handel.

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Viel Service trotz Lieferschwierigkeiten: Benjamin Hufnagel kontrolliert im Lübecker Edeka-Markt in der Ziegelstraße das Gemüse.

Quelle: Fotos: Olaf Malzahn

Lübeck/Bonn. Zucchini und Feldsalat zum doppelten Preis: Für viele Gemüsesorten zahlen Verbaucher zurzeit deutlich mehr als in den Vorjahren. Der Grund: In den sonst eher milden Winteranbaugebieten in Spanien, Frankreich oder Italien kam es diesen Winter zu ungewöhnlich starkem Frost, Schnee- und Regenfällen. „Ein Großteil des Anbaus wächst dort unter freiem Himmel“, sagt Hans-Christoph Behr von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) in Bonn.„Durch die Wetterbedingungen wächst das Gemüse dort langsamer oder kommt nach dem ersten Schnitt gar nicht erst nach.“ So brauche etwa Eisbergsalat, der in den Wintermonaten aus dem Südosten Spaniens nach Deutschland exportiert wird, um die 11 Wochen bis zur Ernte. „Bei kühlen Temperaturen verschiebt sich die Ernte um zehn Tage“, erklärt Behr.

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Deutlich höhere Kosten für Import-Ware – Lieferprobleme im Handel.

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Auch für Schleswig-Holsteins Handel bedeutet das: Weniger Ware und höhere Preise. So zahlen Verbraucher für ein Kilo Feldsalat zurzeit um die 13 Euro, im Vorjahr waren es nur 6,80 Euro.

Salatgurken sind derzeit für 89 Cent zu haben, im Vergleichszeitraum 2016 kosteten das Stück noch 56 Cent. „Die Preisschwankungen sind zurzeit schon extrem“, sagt Yama Rahmatzadah, Vertriebsleiter des Gemüsegroßhandels Rasmussen in Lübeck. Dennoch lassen sich viele seiner Kunden von den teuren Gemüsepreisen nicht abschrecken – denn eine Alternative aus regionalem Anbau gibt es für Salat, Tomaten oder Paprika in den Wintermonaten in Deutschland nicht.„Etwa 50 Prozent kaufen zu den derzeitigen Preisen ein, da sie auf die Produkte angewiesen sind“, sagt Rahmatzadah. Andere versuchen auf saisonales Gemüse wie Porree oder Kohl umzusteigen.

Auch Einzelhändler spüren die Auswirkungen des Winterwetters in Südwesteuropa. „Anfang der Woche hatten wir beispielsweise keinen Kohlrabi im Sortiment“, sagt Benjamin Hufnagel, stellvertretender Marktleiter des Edeka-Marktes in der Lübecker Ziegelstraße. Auch mit Import-Ware wie Paprika oder Zucchini sei es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Lieferschwierigkeiten gekommen. „Das ist schon schade, aber leider nicht zu ändern“, sagt Hufnagel. Im Edeka-Markt werden Kunden unter anderem über ein Info- Blatt über die zeitweiligen Lieferschwierigkeiten informiert. „Das Angebot ändert sich gerade täglich, wir bemühen uns, möglichst alle Waren beim Großhandel zu bekommen“, erklärt Hufnagel.

Und auch ein Ende der Gemüseflaute ist abzusehen: „Spätestens Ende April werden etwa Tomaten, Paprika und Gurken nicht mehr aus Spanien, sondern aus den Niederlanden und Belgien nach Deutschland importiert“, sagt Hans-Christoph Behr. „In den Sommermonaten werden Salatsorten wie Lollo Rosso, Eisberg- oder Kopfsalat dann regional in Deutschland geerntet.“

Verbrauchern empfiehlt der Agrarmarkt-Experte, in den kommenden Wochen auch auf regional angebautes Gemüse wie Möhren, Zwiebeln oder Weißkohl umzusteigen. „Diese Gemüsesorten wurden bereits im Herbst geerntet, sie sind in diesem Jahr sogar weitaus günstiger als 2016“, erklärt Hans-Christoph Behr.

Katrin Diederichs und Svenja Murach

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