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Es wird ernst für die Beck’s-Brauer

Leuven/London Es wird ernst für die Beck’s-Brauer

Branchenprimus auf dem Biermarkt will Nummer zwei übernehmen – Kartellwächter müssen jetzt entscheiden.

Leuven/London. Die Pläne für die größte Übernahme auf dem Biermarkt liegen auf dem Tisch – nun sind die Kartellwächter am Zug. Sie müssen entscheiden, ob sie den Megadeal gegen Wettbewerbsbedenken durchwinken. Der belgisch-amerikanische Branchenprimus Anheuser-Busch Inbev (AB Inbev), zu dem auch die Beck’s- Brauerei gehört, will den britisch- südafrikanischen Rivalen SABMiller kaufen. Dienstag rechnen die Konzerne mit einer ersten Aussage der EU-Behörden, andere Aufseher rund um die Welt folgen.

 

LN-Bild

„Es gibt eine Rückbesinnung auf regionale Marken, bei denen der Verbraucher die Herkunft auch nachvollziehen kann.“ Roland Demleitner,

Verband der Privaten

Brauereien Deutschlands

Fast jedes dritte Bier weltweit, mit Gemeinschaftsunternehmen über 650 Millionen Hektoliter jährlich, mehr als 64 Milliarden US-Dollar Umsatz – das bringen die weltweite Nummer eins und zwei mit ihren Dutzenden Marken wie Budweiser (AB Inbev) oder Miller und Foster’s (SABMiller) auf die Waage. Zum Vergleich: Der deutsche Brauprimus, die Radeberger- Gruppe, kam 2015 auf 13 Millionen Hektoliter Absatz – inklusive Selters-Wasser.

AB-Inbev-Chef Carlos Brito hofft, die 71 Milliarden Pfund (91 Milliarden Euro) schwere Übernahme bis Jahresende durchzupeitschen. Er gilt als harter Hund, der die Dinge auch mal durchboxt. Brito hat den Aufsehern versprochen, dort Marken abzugeben, wo die Marktmacht zu groß würde: In Italien und den Niederlanden gehen Peroni und Grolsch für geschätzt 2,6 Milliarden Euro an den japanischen Brauer Asahi. In Osteuropa sollen Marken unter den Hammer kommen, die laut Analystenschätzungen mehr als sechs Milliarden Dollar wert sein könnten – darunter auch die tschechische Brauerei von Pilsner Urquell.

Ob das der EU-Kommission reicht, dürfte sich Dienstag zeigen. Allerdings sehen Branchenexperten die Überschneidungen in anderen Regionen eh kritischer: In den USA verkauft SABMiller daher Anteile für zwölf Milliarden Dollar. Die Zustimmung der US-Regulierer ist für Analyst Javier Gonzales Lastra von der Berenberg Bank die höchste Hürde.

Abgesehen hat es Brito auf die SABMiller- Braukessel in Afrika und anderen Schwellenländern. In den kommenden Jahren erreichen dort nicht nur viele Millionen Menschen das gesetzliche Mindestalter für den Bierkonsum – zusätzlich setzt der Brasilianer auf eine stetig wachsende, zahlungskräftige Mittelschicht. In Europa und Nordamerika indes ist der größte Durst gestillt; die Kunden greifen nun verstärkt zu Bierspezialitäten.

Auf Deutschland hat das Geschäft ohnehin vergleichsweise geringe Auswirkungen. Vor allem SABMiller ist auf dem vorrangig mittelständisch geprägten Markt hierzulande kaum vertreten. Der Verband der Privaten Brauereien Deutschlands erwartet daher auch keine großen Veränderungen im harten Wettbewerb um die Handelsregale. Geschäftsführer Roland Demleitner beobachtet ohnehin „eine Rückbesinnung auf regionale Marken, bei denen der Verbraucher die Herkunft auch nachvollziehen kann“.

LN

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