Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Europa kämpft gegen Jugendarbeitslosigkeit

Berlin Europa kämpft gegen Jugendarbeitslosigkeit

17 Staats- und Regierungschefs in Berlin stellen acht Milliarden Euro zur Verfügung. SPD und Gewerkschaften: Das ist zu wenig.

Voriger Artikel
Neue Studie: Mehr Frauen in Chefetagen
Nächster Artikel
Gruner + Jahr beteiligt sich an Internet-Feinkosthändler

Frankreichs Präsident Francois Hollande will mehr gegen Jugendarbeitslosigkeit tun.

Quelle: Foto: dpa

Berlin. Die Europäische Union wird die Jugendarbeitslosigkeit stärker bekämpfen als bisher. Zusätzlich acht Milliarden Euro sollen hierfür zur Verfügung gestellt werden. Darauf einigten sich 17 Staats- und Regierungschef gestern bei einem Treffen im Kanzleramt. Auch die Spitzen der europäischen Institutionen sowie die nationalen Arbeitsminister nahmen daran teil. Bis Anfang 2014 sollen die Mitgliedsstaaten die Voraussetzungen schaffen, damit die Mittel abgerufen werden können. 5,5 Millionen Jugendliche sind derzeit in Europa ohne Beschäftigung.

„Das Problem kann nicht von einem Tag auf den anderen gelöst werden“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Aber es muss Fortschritt geben, wenn wir uns das nächste Mal treffen“. EU- Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sprach davon, dass das Niveau der Jugendarbeitslosigkeit viel zu hoch sei. „Wir müssen der Jugend in Europa Hoffnung und eine Perspektive geben“, sagte er.

Neben den zusätzlichen acht Milliarden Euro wollen die Mitgliedsstaaten mit weiteren Schritten junge Erwachsene in Arbeit bringen. So sollen die Jugendlichen geschult werden, damit sie genau die Fähigkeiten erhalten, die von den Unternehmen verlangt werden. „Das Entscheidende ist, dass die jungen Menschen eine duale Ausbildung bekommen“, betonte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Auch Lohnzuschüsse für die ausbildenden Firmen seien denkbar. Zudem wollen die Regierungen kleine und mittelständische Unternehmen gezielt unterstützen. In einigen Ländern sind aufgrund der Schuldenkrise die Zinsen so hoch, dass für sie die Kreditaufnahme unattraktiv und unwirtschaftlich wird. Die Europäische Investitionsbank soll diese Kreditklemme lösen, um die Wirtschaft in den einzelnen Mitgliedsstaaten wieder anzukurbeln.

Der Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, ermahnte die Regierungen, den Worten auch Taten folgen zu lassen. „Wir haben heute ein großes Rad gedreht“, sagte er, „und Erwartungshaltungen geweckt, die wir erfüllen müssen.“ Frankreichs Präsident Francois Hollande unterstützte ihn: „Es ist unsere Verantwortung, die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen.“

Kritik am Gipfel kam von der Opposition und den Sozialpartnern. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kritisierte das EU-Sonderprogramm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa als „nicht genug“. Für die nächsten beiden Jahre sei ein Sofortprogramm mit 20 Milliarden Euro notwendig, verlangte er nach einem Kongress mit sozialdemokratischen Arbeitsministern und Jugendvertretern aus EU-Staaten in Berlin. Steinbrück sagte zudem, dass das einseitig auf Haushaltskonsolidierung angelegte Krisenmanagement der Bundeskanzlerin zu den dramatischen Problemen in Südeuropa beigetragen habe.

Der für Arbeits- und Sozialpolitik in Steinbrücks Kompetenzteam zuständige IG BAU-Chef Klaus Wiesehügel monierte, dass die Euro-Staaten zwar 1,3 Billionen Euro zur Rettung von Banken bereit gestellt hätten, doch bei den „systemrelevanten Jugendlichen“ verhalte man sich „zögerlich und knauserig“. Auch dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gehen die Pläne der EU nicht weit genug. Die Vorschläge reichten „hinten und vorne nicht aus“, sagte DGB-Chef Michael Sommer.

Dramatische Zahlen

66 Prozent aller Jugendlichen in Griechenland sind ohne Stelle, damit liegt das Land an der Spitze. In Spanien beträgt die Quote 56,4 Prozent.

Bis zu sechs Milliarden Euro mehr pro Jahr will die Europäische Investitionsbank ab August dieses Jahres für mehr Beschäftigung von jungen Menschen bereitstellen. Hinzu kommen 24

Milliarden Euro über die europäischen Sozialfonds, die zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit verwendet werden können.

Kai Kollenberg und Reinhard Zweigler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft im Norden
DAX
Chart
DAX 12.478,50 -0,49%
TecDAX 2.622,75 -0,04%
EUR/USD 1,2279 -0,04%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

FRESENIUS... 67,20 +2,63%
RWE ST 21,54 +0,61%
DT. POST 37,76 +0,48%
FMC 81,68 -3,38%
Henkel VZ 102,95 -0,58%
BEIERSDORF 91,56 -0,54%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Commodity Capital AF 199,54%
Structured Solutio AF 170,65%
Polar Capital Fund AF 92,26%
H2O Allegro I SF 76,65%
Belfius Equities B AF 76,37%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.