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Wirtschaft im Norden Extrem harter Wasserstrahl kann sogar Beton zerschneiden
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Extrem harter Wasserstrahl kann sogar Beton zerschneiden
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20:15 05.08.2017

Fließt Wasser auf Metall oder Beton, so wird es dem harten Material in der Regel kaum etwas anhaben. Trifft jedoch ein Wasserstrahl mit 2500 bar, also mit extremen Hochdruck auf, wäre es mühelos möglich, das Material zu zerschneiden. Bei dem Lübecker Reinigungsunternehmen Bockholdt ist André Schlichting der Mann, der mit einer solch gewaltig wirkenden Reinigungstechnik umgehen kann. Der 30-Jährige, der in dem Traditionsuntehmen die dreijährige Ausbildung zum Gebäudereiniger absolviert hat, ist als Fach-Vorarbeiter im Bereich der Industrie-Sonder-Reinigung tätig.

„Höchstdruckreinigung oder Wasserstrahltechnik bis 2500 bar heißt das Verfahren. Wir setzen es für die großflächige Entfernung stark anhaftender Verschmutzungen oder Ablagerungen wie Lacke, Kalk und ähnliche Substanzen ein“, sagt Schlichting, der an einem Container das Spezialgerät ansetzt. Schon nach ein paar Sekunden lösen sich die Ablagerungen. In die direkte Nähe des Geschehens darf jetzt niemand. Auch Lackieranlagen, Tank- und Silozellen, Bodenbeläge sowie Maschinen kann Schlichting auf diese Weise mit bloßem Wasser reinigen. Darüber hinaus sei es auch möglich, mit speziellen Rohrreinigungssystemen Prozessleitungen von innen zu reinigen oder von Verkrustungen zu befreien. „Je nach Verschmutzung und Untergrund werden der Arbeitsdruck sowie die Düsen angepasst“, erklärt der Experte die Technik. Betrieben wird die Anlage mit einem integrierten Dieselmotor. Das Wasser wird in der Anlage bis auf 2500 bar Wasserdruck bei elf bis 26 Litern in der Minute komprimiert und auf die Oberfläche gestrahlt.

Das funktioniert aber nicht im normalen Blaumann. „Unsere Mitarbeiter werden im Umgang mit solchen Reinigungstechniken speziell geschult und unterwiesen“, sagt Kai Meyer, Niederlassungsleiter Industrie bei Bockholdt. Und so muss Schlichting zunächst den speziellen Gehör- und Gesichtsschutz, den Strahl- und Nässeschutzanzug, Handschuhe sowie spezielle Sicherheitsschuhe anlegen, bevor er den Diesel starten kann. Übrigens betragen die Investitionskosten dieser Reinigungstechnik etwa 160 000 Euro, wie Meyer sagt.

Schlichting, der auch zum Industriekletterer ausgebildet ist, kümmert sich mit seinem Team überwiegend um Bereiche der produzierenden Industrie: Um Reinigung von Fassaden, Maschinen und Anlagen, Tanks und Silos, um Trockeneis- und Lüftungsreinigung und Sandstrahlarbeiten – sozusagen mittels Wasser und Hochdruck zum Erfolg.

Rüdiger Jacob

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