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Fahrprüfung: Die Theorie wird schwieriger

Lübeck Fahrprüfung: Die Theorie wird schwieriger

Für Fahrschüler reicht es nicht mehr, Bilder auswendig zu lernen. Sie müssen in der Prüfung flexibel reagieren.

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Fahrschüler Moritz Wilbrandt (17) vor einer Bilderfrage. Sie ist in Zukunft schwieriger zu beantworten.

Quelle: Fotos: Lutz Roeßler, Verkehrsblatt-Verlag

Lübeck. Moritz Wilbrandt sitzt grübelnd vor dem Bildschirm des Fahrschul-Laptops. Das Bild zeigt eine Kreuzung. Ein hellblauer Lkw kommt von links, ein orangener Traktor von rechts.

Ein Pfeil weist ihm den Weg geradeaus, doch am rechten Straßenrand steht ein Vorfahrt-Achten-Schild. Die Frage: Welches Verhalten ist jetzt richtig? Moritz beantwortet sie mühelos im Übungsprogramm:

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Fahrschüler Moritz Wilbrandt (17) vor einer Bilderfrage. Sie ist in Zukunft schwieriger zu beantworten.

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Er muss warten und beide passieren lassen.

Doch jetzt wird Fahrschülern die Beantwortung solcher Fragen erschwert. Denn ab 1. November werden erstmals 20 sogenannte „Mutterfragen“ in die theoretische Prüfung aufgenommen. Das bedeutet, dass zum Beispiel die Bilderfrage, die Moritz beantworten muss, nun in der Prüfung variiert werden kann. Es gibt insgesamt fünf Bildvariationen.

„Für diejenigen, die alles fotografisch nur auswendig gelernt haben und sich anhand von markanten Punkten oder an Farben orientiert haben, wird die richtige Beantwortung schwieriger“, sagt Winfried Wagner von der Arbeitsgruppe „Theoretische Fahrerlaubnisprüfung und Aufgabenentwicklung“, in der Experten von Tüv und Dekra zusammenarbeiten. Ziel sei es, dass die Fahrschüler die Verkehrssituationen begreifen müssen, um dann im Straßenverkehr richtig zu reagieren, sagt Wagner.

Fahrlehrer Michael Reichentrog von der Lübecker Fahrschule Girod hält die Neuerung für sinnvoll und realitätsnäher: „Die Verkehrssituationen ändern sich ja schließlich auch in der Praxis“, sagt der 60-Jährige. Seine Schüler die Bildvarianten speziell trainieren zu lassen, sei nicht nötig. Auch seinem Fahrschüler Moritz Wilbrandt, der bald seine Theorieprüfung bestehen will, macht das keine Angst: „Die Situation ist ja dieselbe, das krieg ich schon hin“, sagt er.

Doch das ist nur der erste Schritt. Eine noch größere Herausforderung wartet auf Fahrschüler ab dem 1. April 2014. Dann kommen laut Wagner nicht nur 17 weitere „Mutterfragen“ hinzu, sondern es werden auch weitere Fragen „mit dynamischen Situationsdarstellungen“ in die theoretische Prüfung aufgenommen. Das bedeutet, dass zwei der 30 Prüfungsfragen durch einen Film begleitet werden — aber auch, dass die Fahrschüler vorher 50 verschiedene Szenarien pauken müssen. Der Fahrschüler könne sich in der Prüfung die Verkehrssituation fünfmal anschauen und muss dann die Frage richtig beantworten.

„Das bedeutet eine noch praxisnähere Ausbildung und Prüfung“, sagt Frank Walkenhorst, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Schleswig-Holstein. Der Schüler müsse schneller denken, Gefahren und Situationen erkennen und richtig reagieren. „Das wird dann noch anspruchsvoller“, sagt Fahrlehrer Reichentrog. Die Praxisnähe könne auch dazu führen, dass Schüler weniger Fahrstunden brauchen.

Zu jeder „ Mutterfrage“ gibt es fünf Bildvariationen
Auch bisher schon mussten in theoretischen Fahrprüfungen Fragen anhand von Bildern beantwortet werden. Neu ist jetzt, dass sogenannte „Mutterfragen“ und die dazugehörigen Bilder fünffach variiert werden können. Das bedeutet, dass die dargestellte Umgebung, die Gebäude, Gegenstände und Verkehrsteilnehmer verändert werden können. Im Bild links könnten etwa Fahrzeugtypen und -farben wechseln — also ein rotes Auto von links und ein Motorrad von rechts kommen. Das soll reines Auswendiglernen verhindern. Die jeweils richtigen Antworten bleiben gleich.

Janine Richter

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