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Falsches Windows 10 sperrt Festplatte

Lübeck Falsches Windows 10 sperrt Festplatte

Experten warnen: Betrüger verschicken offiziell wirkende Microsoft-E-Mails.

Lübeck. Viele PC-Nutzer warten derzeit sehnsüchtig auf ihr kostenloses Windows-10-Update. Das neue Microsoft-Betriebssystem ist vor einigen Tagen gestartet, wird jedoch erst nach und nach für die Anwender verfügbar gemacht. Betrüger machen sich das jetzt zunutze. Derzeit kursieren E-Mails, die ein sofortiges Update versprechen, in Wahrheit aber ein gefährliches Virus auf dem Rechner installieren, warnt der Netzwerkhersteller Cisco.

Die Mails mit der Absenderadresse „update@microsoft.com“ scheinen in Design und Schrift tatsächlich von Microsoft zu stammen. Im Anhang der Mail versteckt sich aber eine Schadsoftware, die statt des angekündigten Windows-Updates einen Verschlüsselungstrojaner auf dem Rechner installiert, der den Inhalt der Festplatte unbrauchbar macht. Der Nutzer erhält darauf hin die Aufforderung, binnen 96 Stunden „Lösegeld“ zu zahlen, ansonsten würde der Computer dauerhaft gesperrt bleiben. Ob der Computer wieder entsperrt wird, wenn Geld fließt, ist jedoch fraglich. Experten warnen deshalb davor, die Kriminellen zu bezahlen.

Ob die Daten allerdings gerettet werden können, ist fraglich. „Das hängt von der Art des Virus ab“, sagt Florian Bolte von der Firma Wilkens-IT in Lübeck. Mitunter könne es gelingen, die Daten auf einer externen Festplatte zu sichern. Der Rechner müsse dann aber in jedem Fall komplett gelöscht und neu aufgesetzt werden, um den Schaden zu beheben. Denn wenn sich so ein Virus oder Trojaner erst einmal im System festgesetzt habe, seien auch Virenschutzprogramme in der Regel machtlos. „Der beste Schutz ist daher, E-Mail-Anhänge gar nicht erst zu öffnen“, sagt Bolte.

Laut Microsoft Deutschland würden zur Ankündigung des Windows-Update auch gar keine Mails verschickt. Der Nutzer werde auf dessen Verfügbarkeit ausschließlich über die automatisch installierte „Get Windows 10-App“ hingewiesen, die sich unten rechts auf der Windows-Taskleiste befinde. Vor einer Installation des Updates müsse der Nutzer ausdrücklich zustimmen.

Betrüger versuchen aber auch mit anderen Maschen, die große Verbreitung von Microsoft-Produkten auszunutzen. Auch im Norden gab es in jüngster Zeit wieder mehrere Fälle von Anrufen durch falsche Microsoft-Mitarbeiter. Die berichten Nutzern von angeblichen Fehlermeldungen, die durch den Rechner des Nutzers an Microsoft gesendet worden seien. Die Nutzer werden aufgefordert, sich eine Software herunterzuladen, die die Probleme beheben soll, tatsächlich aber den Computer sperrt. Die Polizei rät, solche Gespräche sofort zu beenden. Echte Mitarbeiter von Microsoft würden nicht anrufen.

Oliver Vogt

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