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Wirtschaft im Norden Feiertage nachholen? Widerstand im Norden
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Feiertage nachholen? Widerstand im Norden
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21:14 25.04.2016
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Kiel

Für viele Arbeitnehmer und Schüler ist es ein großes Ärgernis: Weil der 1. Mai dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, entgeht ihnen ein zusätzlicher freier Tag.

Mehrere Politiker der Bundestagsfraktionen von SPD, Linken und Grünen fordern deshalb, dass Feiertage nachgeholt werden, wenn sie aufs Wochenende fallen. In vielen anderen Ländern, etwa in Spanien, Großbritannien und Belgien, wird das bereits so praktiziert.

In Schleswig-Holstein stößt der Vorschlag allerdings auf starken Widerstand. „Man sollte den freien Tag nicht von seinem Anlass lösen“, sagt Peter Eichstädt (SPD). So sieht das auch Christopher Vogt, der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Kieler Landtag. „Der Tag der Arbeit dient nicht dazu, die Zahl der Urlaubstage zu erhöhen, sondern um ihn angemessen feiern zu können — und zwar jedes Jahr am 1. Mai“, sagt er. Wenn dieser Tag auf einen Sonntag falle, könne er genauso gut gefeiert werden wie an einem Montag.

Kritik kommt auch von den Grünen. „Wenn Feiertage als Erinnerungstage — und nicht nur als Urlaubstage — gesehen werden, dann erscheint es mir nicht sinnvoll, diese auf einen anderen Tag zu legen“, sagt deren Fraktionsvorsitzende Eka von Kalben. „Die Feiertage sind doch auch frei, wenn sie auf einen Sonntag fallen“, sagt Daniel Günther, der Vorsitzende der CDU-Fraktion. Deshalb müsse auch nichts neu geregelt werden.

Als eine „absolute Schnapsidee“ bezeichnet Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände (UV Nord), den Vorstoß. „Deutschland ist bereits europaweit führend bei Urlaubsansprüchen und Feiertagen“, sagt er. Widerstand kommt auch von der Nordkirche. „Kirchliche Feiertage wie zum Beispiel der 1. oder 2. Weihnachtsfeiertag sind nicht zu verschieben“, sagt deren Sprecher Stefan Döbler.

Selbst der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord, der vor kurzem noch einen zusätzlichen Feiertag in Schleswig-Holstein vorgeschlagen hatte, sieht die Idee skeptisch. „Die wachsende Arbeitshetze ist ein großes Problem, aber mit dem Hin- und Herschieben von Feiertagen kann dem nicht begegnet werden“, sagt der Vorsitzende Uwe Polkaehn. Stattdessen sollten besser die täglichen und jährlichen Arbeitszeiten begrenzt werden.

Von jd

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