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Femern A/S glaubt an einen Sieg vor Gericht

Kopenhagen Femern A/S glaubt an einen Sieg vor Gericht

90 Prozent der Einwendungen gegen das Tunnelprojekt seien sehr ähnlich gewesen, sagen die Chefs.

Kopenhagen. Sie geben sich optimistisch: Direktor Claus F. Baunkjær und Projektdirektor Claus Dynesen von der staatlichen dänischen Aktiengesellschaft Femern A/S sind sich sicher, dass der Tunnel unter dem Fehmarnbelt gebaut wird. Und dass die Arbeiten im Jahr 2020 beginnen können. In einem langen Interview mit der dänischen Zeitung „Politiken“ schilderten die beiden Direktoren ihre Sicht der Dinge, nachdem die Bauherren die Antworten auf 12600 Klagen gegen das Bauprojekt in Kiel übergeben hatten.

„Wir erwarten nicht, dass das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig das Projekt stoppt. Wir haben von niemandem gehört, dass es nicht genehmigt werden könnte. Immerhin gibt es einen Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark, beschlossen von Folketing und Bundestag“, zitiert Politiken die beiden Direktoren.

Es könne allerdings passieren, dass die Klagen aufschiebende Wirkung für den Baubeginn haben – „was wir natürlich nicht hoffen“, so Baunkjær. Außerdem müsse damit gerechnet werden, dass im Verlauf des Prozesses und durch das Urteil selbst Änderungen am Projekt vorgenommen werden müssen. „Aber das wird vermutlich während der laufenden Bauarbeiten geschehen können.“

Baunkjær und Dynesen berichteten, 13 Prozent der 12 600 Klagen gegen den Bau des Fehmarnbelttunnels stammten von Fehmarn, 32 Prozent aus Ostholstein, 54 Prozent seien gar nicht aus der Region, sondern aus dem ganzen Bundesgebiet gekommen. Der größte Teil – „ich glaube etwa 90 Prozent“, so Baunkjær – seien sich sehr ähnlich und offenbar von einer Internet- Seite kopiert. „Wir haben aber jede einzelne beantwortet.“

Einige Klagen vor allem von Umweltorganisationen seien sehr umfassend. „Die haben wir natürlich auch sehr, sehr gründlich beantwortet“, versichert der Direktor. 25 deutsche Beratungsunternehmen und 150 Experten seien an der Ausarbeitung der Stellungnahmen beteiligt gewesen.

Laut Femern A/S werden auch neue Erkenntnisse über Gefahren für die Schweinswale im Fehmarnbelt berücksichtigt: Im Sommerhalbjahr, wenn die geschützten Meeressäuger besonders empfindlich sind, solle weniger Lärm verursacht werden. Und wenn der Bau fertig sei, „liegen die Tunnelröhren ja unter dem Sand, dann gibt es gar keine Umweltbelastungen mehr.“ Rüdiger Wenzel

LN

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