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Wirtschaft im Norden Finanzinvestor übernimmt Scandlines
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22:22 05.11.2013

Der Münchner Finanzinvestor Allianz Capital Partners (ACP) hat seine Anteile an der Rostocker Fährgesellschaft Scandlines an den Mitgesellschafter 3i verkauft. Damit ist der britische Finanzinvestor jetzt alleiniger Scandlines-Inhaber. Der Betriebsrat begrüßt den Verkauf.

Wie beide Unternehmen gestern berichteten, investiert 3i rund 165 Millionen Euro neues Kapital. Über den Kaufpreis für die Anteile von knapp 50 Prozent wurde Stillschweigen vereinbart.

Gleichzeitig sei die Umschuldung der laufenden Scandlines-Kredite in ein 875-Millionen-Euro-Paket erfolgt. Dies sei an den Anleihemärkten positiv aufgenommen worden und eine solide Grundlage für die strategischen Ziele der Fährreederei, hieß es.

3i und ACP hatten im Juni 2007 zusammen mit der Deutschen Seereederei (DSR) Scandlines erworben, die damals im Besitz der dänischen Regierung und der Deutschen Bahn war. Als Kaufpreis wurden 1,5 Milliarden Euro genannt. 3i und ACP erwarben jeweils 40, die DSR 20 Prozent. 2010 übernahmen die beiden Investoren die DSR-Anteile und waren damit bis auf etwa ein Prozent, das der Geschäftsleitung gehört, alleinige Inhaber.

Nach dem Verkauf mehrerer Frachtrouten und der Konzentration auf das Kerngeschäft mit drei Fährlinien in der südlichen Ostsee hatte Scandlines 2013 mit 193 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ein Rekordergebnis erzielt. Nach Querelen um den Neubau von zwei Fähren mit der insolventen P+S-Werft in Stralsund war eine Absichtserklärung mit dem Werftenkonzern STX Finland Oy über den Bau unterzeichnet worden. Laut 3i- Deutschlandchef Peter Wirtz wird weiter in Scandlines investiert. Jörg Spanier (ACP) betonte, dass Scandlines zu einer effizienten Fährgesellschaft mit Schwerpunkt auf die profitabelsten Kurzstrecken umgebaut worden sei.

Positiv fällt die Resonanz bei Scandlines-Betriebsrat Bernd Friedrichs aus: „Der Verkauf ist endgültig vom Tisch, jetzt macht es 3i allein.“ Nach der monatelangen Hängepartie um Verkaufsgerüchte sei das „von allen wahrscheinlich die beste Lösung“. Ein Verkauf an die Reederei DFDS oder an unbekannte neue Finanzinvestoren hätte dagegen für sehr viel mehr Unruhe unter den 900 deutschen Mitarbeitern, darunter 650 in Puttgarden, gesorgt. 3i habe angekündigt, Scandlines in der jetzigen Form die nächsten sechs bis sieben Jahre zu behalten, sagte Friedrichs. „Daran werden wir den neuen alleinigen Eigentümer natürlich messen.“ Der Betriebsrat werde der Lösung nicht im Wege stehen. „Wir können damit gut leben. Vielleicht unterstützt uns 3i jetzt auch im Kampf gegen die feste Beltquerung.“ gjs

„„Das ist von allen wohl die beste Lösung.“
Bernd Friedrichs,

Scandlines-Betriebsrat

LN

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