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Firmen im Norden warnen vor Brexit

Lübeck Firmen im Norden warnen vor Brexit

Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union – der sogenannte Brexit – hätte gravierende wirtschaftliche und politische Folgen. Dieses Stimmungsbild ermittelte der Arbeitgeberverband Nordmetall in einer aktuellen Umfrage unter seinen 250 Mitgliedsunternehmen in Norddeutschland.

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Klare Ansage: „Ich kehre der EU meinen Rücken zu“ steht auf dem T-Shirt dieses Europa-Gegners.

Quelle: Ellis/AFP

Lübeck.  63 Prozent der Firmen sähen ihre eigenen Geschäfte mindestens teilweise in Mitleidenschaft gezogen, acht Prozent sogar sehr stark. 80 Prozent der Firmen befürchten als Folge eines Brexits die Schwächung der Europäischen Union, 76 Prozent rechnen mit einem Schub für die Austritte weiterer Länder. Nordmetall hat die Umfrage gemeinsam mit dem Schwesterverband AGV Nord gestern bei der Mitgliederversammlung in Hamburg vorgelegt. Beide Verbände organisieren 700 Unternehmen mit 150000 Beschäftigten in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und dem nordwestlichen Niedersachsen.

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Unternehmer und Gewerkschafter fürchten Probleme, wenn die Briten am 23. Juni für einen EU-Austritt stimmen.

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„Bei einem Brexit ginge Deutschland ein wichtiger Partner in der EU verloren.“ Thomas Lambusch, Nordmetall-Präsident

Sollten die Briten am 23. Juni für einen Ausstieg aus der EU votieren, rechnen jeweils mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen mit Beeinträchtigungen des Handels durch höhere Zölle oder Logistik-Hürden. Insgesamt verkaufen 50 Prozent der Betriebe ihre Produkte ins Vereinigte Königreich, gut 30 Prozent kaufen dort ein. Ein Drittel der befragten Unternehmen erzielt derzeit mehr als fünf Prozent des Umsatzes mit Geschäften in Großbritannien.

„Bei einem Brexit ginge Deutschland ein wichtiger Partner in der EU verloren. Ohne das Gewicht der Briten würde das marktwirtschaftlich orientierte Lager in der EU geschwächt, und die stärker staatswirtschaftlich geprägten Länder erhielten Auftrieb“, erklärte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch. „Das ist ganz und gar nicht im Interesse der norddeutschen Industrie.“ Die Europäische Union sei das größte Absatzgebiet der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie, und innerhalb der EU habe Frankreich das mit Abstand größte Gewicht. Jenseits Europas seien nach wie vor China und andere asiatische Länder sowie zunehmend auch die USA wichtige Kunden. Daher bereiteten ihm eher die mittel- und langfristigen Folgen eines Brexit Sorgen, sagte Lambusch. „Unsere Unternehmen befürchten eine Sogwirkung, die neue Handelshürden sowie zunehmende nationalstaatliche Abschottung befördert und am Ende den Bestand der EU in Frage stellt. Das wäre für unsere exportorientierte Metall- und Elektroindustrie fatal“, so der Nordmetall-Präsident.

Auch bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck blickt man mit Sorge auf die Abstimmung der Briten in zwei Wochen. „Ein möglicher Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union würde die europäische Stimme erheblich schwächen“, sagte gestern Werner Koopmann, Geschäftsbereichsleiter International bei der IHK zu Lübeck. „Ohne Großbritannien als Verfechter marktwirtschaftlich organisierter Mechanismen auf den internationalen Güter-, Kapital und Dienstleistungsmärkten würden die wirtschaftsliberalen Positionen Europas weniger profiliert vernehmbar werden“, fügte Koopmann hinzu.

Die tatsächlichen Auswirkungen eines Brexits auf die Wirtschaft Schleswig-Holsteins seien heute aber allenfalls akademisch begreifbar. „Die Briten sind kühle Rechner. Ich erwarte nicht, dass sie gleich den Gesamtbestand der Europäischen Vertragstexte für ungültig erklären, denn es stünden im Fall eines Austritts ja auch jene internationalen Wirtschaftsbeziehungen des Königreichs im Feuer, deren Grundlagen auf EU-Gemeinschaftsrecht fußen“, sagt der IHK- Experte. Kaum vorstellbar sei, dass unsere englischen Nachbarn nicht auf das eine oder andere Bewährte zur Regelung gegenseitiger Wirtschaftsbeziehungen zurückgriffen.

Auch die IG Metall sieht einen möglichen Brexit mit Sorge. „Es gibt enge wirtschaftliche Beziehungen, die der gemeinsame EU-Binnenmarkt ermöglicht. Airbus mit Standorten und Zulieferern auf beiden Seiten des Ärmelkanals ist dafür das beste Beispiel“, sagt Heiko Messerschmidt, Sprecher der IG Metall Küste. Auch britische Gewerkschaften würden für einen EU-Verbleib werben, weil sie sonst den Verlust von mehreren Millionen Arbeitsplätzen befürchten.

cri

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