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Wirtschaft im Norden Firmen wappnen sich gegen Hacker
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20:35 30.11.2016
„Wir sind gut auf eventuelle Angriffe vorbereitet. Lars Hertrampf, Sprecher der Stadtwerke Lübeck
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Kiel/Lübeck

Nicht erst seit dem Hackerangriff auf die Telekom sind Firmen, Banken und öffentliche Verwaltungen auch in Schleswig- Holstein alarmiert. „Wir müssen jeden Monat etwa tausend Trojaner, Viren und andere Bedrohungen abwehren“, sagt Dataport-Sprecher Heiko Scharffenberg. Das Unternehmen betreut in der Landesverwaltung 25000 und im kommunalen Bereich 8000 Rechner. Da es den Kriminellen oft darum gehe, sensible Daten auszuspionieren, herrsche für Polizei und Justiz, Finanz- und Sozialämter die höchste Sicherheitsstufe.

Die Stadtwerke Lübeck registrieren verstärkt Hackerangriffe von sogenannten Bot-Netzen. Diese versuchen, die Homepage oder Server durch gezielte Überlastung zum Absturz zu bringen. „Wir haben ein sehr hohes IT-Sicherheitslevel“, betont Sprecher Lars Hertrampf. Das gelte insbesondere für die sensiblen Leitstellensysteme, also für die Überwachungstechnik und die Anlagensteuerung. „Die Stadtwerke arbeiten hier mit Experten zusammen“, so Hertrampf. Mit simulierten Hackerangriffen, sogenannten Penetrationstests, soll die maximale Sicherheit gewährleistet werden. „Wir sind gut auf eventuelle Angriffe vorbereitet.“

Auch der Lübecker Dräger-Konzern arbeitet mit Spezialisten zusammen, um die Sicherheit der Netzwerke vor Angriffen von außen zu schützen. Zum Schutz der IT-Systeme vor Ort oder in mobiler Anwendung werden Virenscanner eingesetzt. „Wenn ein Mitarbeiter beispielsweise eine verdächtig erscheinende E-Mail erhält, kann er diese an eine zentrale Unternehmensadresse weiterleiten, wo sie überprüft und gegebenenfalls unschädlich gemacht wird“, erklärt Sprecherin Melanie Kamann.

„Es ist davon auszugehen, dass das Risiko von gezielten Angriffen weiterhin zunehmen wird“, sagt Lars Bethge, Sprecher der Kieler Landesregierung. Die Weiterentwicklung der Sicherheitssysteme habe deshalb hohe Priorität. Die Regierung kooperiere eng mit dem Bund, den Ländern und dem Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik.

Die Sparkassen im Norden lassen ihre 9000 Bankautomaten und Arbeitsplätze vom Frankfurter Dienstleister Finanz Informatik betreuen. „Auch wir beobachten, dass die Zahl der Angriffe steigt“, sagt Unternehmenssprecher Michael Heinemann. Als schwächstes Glied in der Kette sei der Kunde beim Online-Banking besonders gefährdet. „Angriffspunkt ist vielfach nicht die Technik, sondern das menschliche Verhalten.“

Nach dem Angriff auf Telekom-Router geht Konzernchef Timotheus Höttges in die Offensive und fordert eine „Nato für das Internet“ und rief zur „Aufrüstung“ für mehr Sicherheit auf. „Wir haben noch Glück im Unglück“, räumt er ein. Den Angreifern war es nicht gelungen, die Router zu kapern. Die Telekom werde alles daran setzen, die Sicherheitslücken so schnell wie möglich zu schließen. jad/zel

LN

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