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Wirtschaft im Norden Fischer leiden unter Auflagen und Fangquoten
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Fischer leiden unter Auflagen und Fangquoten
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22:14 23.08.2016
Fischer Laszlo Acz fuhr gestern Morgen auf den Groß Schauener See bei Storkow (Brandenburg), um Reusen und Stellnetze zu heben. Quelle: Fotos: Dpa
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Potsdam

Für die Binnenfischer werde es trotz steigender Nachfrage immer schwieriger, von ihrem Geschäft zu leben, sagte Feneis. Dabei habe Deutschland klimatisch günstige Bedingungen für Fischerei und Fischzucht. Rechtliche Bestimmungen hemmten jedoch die Arbeit der Betriebe.

Zudem bereiteten Kormorane, Reiher und Otter den Fischern Probleme, da sie die gezüchteten Fischbestände dezimierten. Brandenburg will sich mit Unterstützung der Bundesregierung dafür einsetzen, gegen die EU-weit geschützten Arten vorgehen zu dürfen, wenn deren Zahl stabil ist. Ein Kormoran etwa frisst am Tag gut 500 Gramm Fisch. Bei bundesweit 140 000 Kormoranen gehen Experten allein mit Blick auf diesen „Fischräuber“ von einem Schaden von 22 000 Tonnen im Jahr aus.

Aquakultur – Aufzucht von Fischen in Teichen oder Becken – könne in Deutschland und Europa nicht mit dem weltweiten Wachstum der Branche mithalten, sagte Feneis. Der Deutsche Fischereiverband sprach sich sogar für einen Bundesbeauftragten zur Förderung der Aquakultur aus. Die Umsetzung eines nationalen Strategieplanes nur aus Mitteln des EU-Meeres- und Fischereifonds reiche nicht aus, sagte Verbandspräsident Holger Ortel.

Für die deutschen Dorschfischer setzt der Deutsche Fischerei-Verband (DFV) angesichts einer drastischen Kürzung der Fangmenge auf politische Hilfe. Die Fangquote in der westlichen Ostsee soll 2017 für die Erwerbsfischerei auf Empfehlung des Internationalen Rats für Meeresforschung um 87,5 Prozent sinken. Dies komme einem Fangstopp gleich, so der Deutsche Fischerei-Verband.

2015 verzehrte jeder Deutsche im Schnitt 14 Kilogramm Fisch. Der bundesweite Jahresbedarf liegt bei 2,1 Millionen Tonnen – 300 000 Tonnen fangen einheimische Fischer.

LN

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