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Wirtschaft im Norden Fortschritt auch im Festnetz
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18:20 12.12.2015

Ein Smartphone steckt in fast jeder Tasche. Man könnte also zu dem Schluss kommen, dass das klassische Festnetztelefon überflüssig sei. Doch die Zahlen des Branchenverbandes gfu sprechen eine andere Sprache: Jahr für Jahr werden immer noch vier Millionen schnurlose Festnetzgeräte verkauft, dazu kommen etwa 375000 Telefone mit Kabel. „Jüngere Leute und Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte kommen natürlich zunehmend auch ohne aus“, sagt gfu-Sprecher Roland Stehle. „Aber grundsätzlich ist das Festnetztelefon schon noch ein Gerät, das gebraucht und gekauft wird.“

Und weil es das Festnetztelefon selbst schnurlos schon seit Jahren gibt, sind die Geräte relativ ausgereift. Das zeigt auch der jüngste Vergleich der Stiftung Warentest: Elf von 16 Testgeräten erhielten ein „Gut“, der Rest ein „Befriedigend“. Wer ein neues Festnetztelefon kauft, muss also kaum Angst vor einem Fehlgriff haben. Entscheidend ist vielmehr, was das Gerät kann.

Dabei gibt es ein paar Abkürzungen, die der Verbraucher kennen sollte. DECT steht etwa für „Digital Enhanced Cordless Telecommunication“ und bezeichnet den etablierten Standard für schnurloses Telefonieren daheim. Die zweite Abkürzung, die im Zusammenhang mit Festnetztelefonie auftaucht, ist VoIP (Voice over IP). Dabei werden Gespräche nicht analog über die klassische Telefonleitung, sondern digital übers Internet übertragen. Die Deutsche Telekom stellt gerade ihr gesamtes Netz entsprechend um und will bis 2018 alle ihre Anschlüsse nach dem Internetstandard betreiben. „Als Verbraucher merke ich davon eigentlich nichts“, sagt Falko Hansen vom Telekommunikationsportal Teltarif.de. „Im Router ist das schon voreingestellt, für das Telefon spielt die Übertragungstechnik dann keine Rolle mehr.“

VoIP ermöglicht theoretisch bessere Übertragungsqualität. Manche Hersteller werben sogar mit Modellen, die Gespräche in HD- Qualität bieten sollen. Laut Stiftung Warentest klingen Telefonate mit solchen Modellen tatsächlich besser. Voraussetzung ist aber, dass der Netzbetreiber diese Technologie auch unterstützt. Außerdem müssen Router und Telefon bei beiden Gesprächspartnern HD-fähig sein.

Und das ist längst nicht bei allen Geräten der Fall.

Andere Eigenschaften sind dagegen fast Standard, zeigt die Stiftung- Warentest-Übersicht. Dreierkonferenzen, Umschalten zwischen zwei verschiedenen Gesprächen und einen Anrufbeantworter bieten nahezu alle modernen Geräte. Gleiches gilt für den Eco-Modus, der die Sendeleistung reduzieren und so Strahlenbelastung und Stromverbrauch senken kann. Wer beim Telefonieren neben der Basis sitzt, braucht nicht die volle Funkstärke. Bei manchen Geräten sorgt der Eco-Modus auch dafür, dass gar nichts mehr funkt, wenn das Mobilteil in der Basis steht.

Manche Hersteller versuchen, sich anderweitig abzuheben. Bei einigen Modellen stehe das schicke Design der Alltagstauglichkeit etwas im Wege, warnt die Stiftung Warentest. Einige erweiterte Funktionen bietet aber nach wie vor nicht jedes Telefon. „Es gibt relativ viel Entwicklung bei speziellen Telefonen für Senioren“, sagt Roland Stehle. Solche Geräte lassen sich dann zum Beispiel mit analogen Hörgeräten koppeln, haben besonders große Tasten oder eine Notruffunktion. Andere Modelle lassen sich als Babyfon verwenden: Dabei steht ein Schnurlostelefon nachts im Kinderzimmer und ruft die Eltern an, wenn das Kind weint.

„Das Festnetztelefon ist schon noch ein Gerät, das gebraucht und gekauft wird.“
Roland Stehle, gfu-Sprecher

Tobias Hanraths

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