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Frauen fehlen häufiger bei der Arbeit

Kiel Frauen fehlen häufiger bei der Arbeit

Berufstätige Frauen in Schleswig-Holstein sind öfter krank als Männer. Von 1000 Frauen fehlten 2015 im Schnitt 45 pro Tag bei der Arbeit, bei den Männern nur 36. Das ist ein Ergebnis des DAK-Gesundheitsreports, den die Krankenkasse jetzt in Kiel vorstellte.

Kiel. Der Krankenstand der Frauen lag damit im Land um 23 Prozent höher als der der Männer. Bundesweit liegt die Differenz bei 14 Prozent. Frauen fehlten im Schnitt 12,2 Tage, Männer 11,6 Tage.

Und: Frauen trifft die Doppelbelastung von Familie und Beruf auch im Krankheitsfall mehr. Mütter lassen sich deutlich häufiger krankschreiben als Väter, wenn die Kinder das Bett hüten müssen. 25 Prozent der befragten Frauen gaben an, sich dann nicht anders helfen zu wissen, als sich selbst krank zu melden (Männer: 6,9 Prozent).

Fehltage

Das bestätigt auch eine Auswertung der AOK Nordwest: 2015 erhielten demnach fast 7000 Mütter und 1800 Väter Kinderpflege-Krankengeld. Nur bei jedem fünften Fall übernahm der Vater die Pflege. Im Durchschnitt blieb ein Elternteil dann 2,2 Tage zu Hause. Jedes Elternteil kann für jedes Kind unter zwölf Jahren zehn Arbeitstage pro Jahr Kinderpflege-Krankengeld beanspruchen. Frauen seien immer noch diejenigen, die die Doppelbelastung Familie und Beruf stärker spürten, sagte DAK-Landeschefin Regina Schulz. Diese könne oft auch Ursache für psychische Erkrankungen sein. Es müsse daher noch mehr für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf getan werden.

Männer fehlten deutlich öfter wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Frauen wegen seelischer Leiden. Frauen sind auch häufiger wegen Krebsleiden krank, was durch das vergleichsweise frühe Auftreten von Brustkrebs bedingt sei, sagte Jörg Marschall vom Berliner Iges-Institut, das die Studie erstellte. Die betroffenen Frauen stünden oft noch voll im Erwerbsleben, sagte DAK-Landeschefin Schulz. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern, Prostatakrebs, trete meist erst im höheren Alter auf. Insgesamt erreichte der Krankenstand in Schleswig-Holstein mit 4,0 Prozent den höchsten Wert seit 16 Jahren (Bundesschnitt: 4,1 Prozent). Vor allem Erkältungen machten den Menschen zu schaffen.

Die Branchen mit dem höchsten Krankenstand waren 2015 das Gesundheitswesen (4,8 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (4,2). Den niedrigsten Krankenstand verzeichnete die Rechtsberatungs- Branche. Für die Analyse wurden Daten von 118 000 erwerbstätigen DAK-Mitgliedern ausgewertet sowie Befragungen durchgeführt.

Die Gewerkschaften fordern angesichts der Studie mehr Prävention. „Wir müssen den Blick schärfen für die alten und neuen Krankmacher im Betrieb. Frauen sind besonders stark von Mehrfachbelastungen im Beruf, bei der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen betroffen“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. Gleichzeitig arbeiteten Frauen deutlich häufiger in ungesicherten Arbeitsverhältnissen und gingen bei Krankheitssymptomen später zum Arzt. „Dringend erforderlich sind branchen- und geschlechtsspezifisch angepasste Programme zur Prävention und betrieblichen Gesundheitsförderung“, so Polkaehn. Auch die Digitalisierung brauche klare Regeln, um die Gesundheit im Job zu erhalten. Polkaehn: „Hier ist nicht nur der Arbeitgeber gefordert, sondern auch die Landesregierung.“

cri

 

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