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Wirtschaft im Norden Frisches Gemüse aus der Antarktis
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18:10 08.07.2017
Bremen

Paul Zabel (30) ist Raumfahrtingenieur, bald wird er aber für ein Jahr als Gärtner arbeiten. Und zwar an einem unwirtlichen Ort: in der Antarktis. Für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) züchtet er in einigen Monaten in einem Gewächshaus nahe der Forschungsstation Neumayer III Radieschen, Gurken, Salat und – wenn es gut läuft – auch Erdbeeren.

Vier bis fünf Kilogramm Frischgemüse will er pro Woche ernten. „Ziel ist es, der Stations-Crew den Großteil davon zur Verfügung zu stellen“, sagte Zabel gestern bei der Präsentation des von der EU geförderten Projekts „Eden-ISS“. Im Zentrum steht ein Gewächshaus-Container, in dem Pflanzen gezogen werden können. Gezüchtet werden sie unter LED- Licht, ohne Erde und ohne Pestizide. Die Wurzeln werden alle zehn Minuten computergesteuert mit einer Nährstofflösung besprüht.

Gärtnern in der Antarktis soll ein Schritt hin zu einer großen Vision sein: Astronauten auf Langzeit- Weltraummissionen wie die zum Mars mit Frischgemüse zu versorgen. „Die Antarktis bietet mit bis zu minus 40 Grad ein optimales Testumfeld“, sagte DLR- Projektleiter Daniel Schubert. Und von Ende Februar bis Ende Oktober kann das Überwinterungsteam auf der Station nicht beliefert werden.

LN

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