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Wirtschaft im Norden Für kostenlose Nachrüstung von Autos
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21:14 31.07.2017
Abgastest: Ein Messschlauch eines Gerätes zur Untersuchung von Dieselmotoren steckt im Auspuffrohr eines Autos. Quelle: Foto: Patrick Pleul/dpa

Der Diesel-Gipfel mit allem, was in der Bundespolitik und der deutschen Autoindustrie Rang und Namen hat, findet morgen zwar ohne direkte Beteiligung aus Schleswig-Holstein statt, doch die Wirtschaft und der Wirtschaftsminister des nördlichsten Bundeslandes haben ganz konkrete Forderungen an das Treffen im Bundesverkehrsministerium.

Fahrverbote in Innenstädten, wie sie nach einem Urteil des Stuttgarter Verwaltungsgerichts in der Stadt am Neckar drohen, müssen im Interesse der Kunden und der Wirtschaft „unbedingt verhindert“

werden, verlangte etwa Rüdiger Schacht, bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck für Verkehr zuständig. Auch wenn Städte im Norden wegen der klaren Luft und der kräftigen Winde eher nicht von Fahrverboten betroffen sein würden, machen sich viele Mitglieder der Kammer Sorgen. In Hamburg, wo neben dem Straßenverkehr auch Schiffe mit ihren großen Dieselmotoren im Hafen zu teilweise hohen Luftbelastungen führten, sei die Lage wesentlich brisanter. Firmen aus Schleswig- Holstein oder Pendler könnten von einem Diesel-Fahrverbot in der Hansestadt an der Elbe direkt betroffen werden.

Fahrverbote zu vermeiden, liege nicht nur im Interesse von Spediteuren, Lieferdiensten, Handwerkern und anderen Firmen, die beruflich in die Innenstädte fahren müssten, sondern auch im Interesse der Bürger, die auch Kunden und Empfänger seien. Für Schacht steht fest: Die Menschen wollen nicht nur saubere Luft zum Atmen, sondern auch Waren und Dienstleistungen erhalten.

Der Kieler Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sieht jetzt die gesamte deutsche Automobilbranche in der Pflicht. Der Ruf der deutschen Wirtschaft dürfe nicht weiter beschädigt werden. „Die Branche muss nun alle Hebel in Bewegung setzen, um entsprechende wirksame Technologien für die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen zu entwickeln“, sagte der Minister den LN. Dem FDP-Politiker geht es dabei sowohl um die Klärung der rechtlichen Fragen, die mit den notwendigen Nachrüstungen verbunden seien, sowie um eine Verständigung über die Kosten. Außerdem sieht Buchholz großen Bedarf für Forschung, Entwicklung und Innovationen, damit Dieselfahrzeuge wirklich sauber werden.

Rüdiger Schacht, der selbst mit einem BMW-Diesel unterwegs ist, pochte darauf, dass die Autos die zugesagten Abgaswerte auch im realen Verkehr einhalten. Dafür müssten die Hersteller den Haltern jetzt „wirksame Maßnahmen“ anbieten, damit die Grenzwerte eingehalten werden. „Die Kosten für notwendige Nachrüstungen muss die Autobranche tragen. Die Kunden dürfen nicht noch einmal belastet werden“, sagte Schacht. Autoindustrie und Diesel-Gipfel müssten endlich „liefern“. Von R. Zweigler

LN

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