Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Fusion der Volksbanken überraschend gescheitert

Lübeck Fusion der Volksbanken überraschend gescheitert

Lübecker Vorstand: Unterschiede sind zu groß — Vertrag war schon unterschrieben.

Voriger Artikel
Lebensmittelscanner für die Hosentasche
Nächster Artikel
Sparkasse Holstein bleibt in Erfolgsspur

Bei der Vertragsunterzeichnung waren die Verantwortlichen beider Banken guten Mutes.

Quelle: Volksbank

Lübeck. Eigentlich wollte die Volksbank Lübeck gestern ihre Bilanz für das vergangene Jahr vorstellen. Doch der Termin wurde kurzfristig abgesagt, ein paar Stunden später überraschte die Genossenschaftsbank dann mit einer anderen Meldung: Die Fusionsgespräche mit der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG seien beendet worden, den seit Monaten geplanten Zusammenschluss werde es nicht mehr geben.

„Wir haben erkannt, dass die Kulturen beider Häuser zu unterschiedlich sind“, sagte Roger Pawellek, Vorstandsmitglied der Volksbank Lübeck. „Wir sind überzeugt, dass trotz aller Vorteile die beiden Banken aktuell keine erfolgreiche Einheit bilden können.“

Im vergangenen September hatten die Banken Gespräche über einen Zusammenschluss aufgenommen, im Dezember wurde der Verschmelzungsvertrag im Hansemuseum in Lübeck unterschrieben. „Wir freuen uns, einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht zu haben“, waren sich die Aufsichtsratsvorsitzenden Lutz Kleinfeldt und Ferdinand Plehn damals einig. Im Mai sollte der Vertrag den beiden Vertreterversammlungen zur Zustimmung vorgelegt werden. Es sei beabsichtigt, die Fusion dann rückwirkend auf den 1. Januar 2016 zu vollziehen, hieß es. Dadurch sollte die drittgrößte Genossenschaftsbank Schleswig-Holsteins mit einer Bilanzsumme von 1,5 Milliarden Euro, 330 Mitarbeitern und 70000 Kunden entstehen.

Durch den Zusammenschluss wollten die Banken unter anderem die Bankenregulatorik der Europäischen Union leichter bewältigen, bei der Kreditvergabe mehr leisten und den veränderten Kundenerwartungen besser entsprechen können.

Doch nun die plötzliche Abkehr von dem Vorhaben. Während der weiterführenden Gespräche und Fusionsarbeiten habe sich herausgestellt, dass die Unterschiede in beiden Häusern zu groß seien, teilte die Volksbank Lübeck mit. Die Art und Weise, wie beispielsweise Kommunikation, Unternehmensführung und der Umgang mit Veränderungen erfolgen, müsse passen, sagte Sprecher Olaf Tietgen. Das sei aber nicht der Fall gewesen. „Wir hatten ein komisches Bauchgefühl.“ Es habe von der Stimmung her nicht gepasst.

„Wir werden an der Gesamtverantwortung gegenüber unseren Mitgliedern, Kunden und der Stadt gemessen“, sagte Volksbank-Vorstandsmitglied Michael Brandt. „Das schließt ein, konsequent nach unserem hanseatischen Werteverständnis zu handeln.“

Der im Dezember abgeschlossene Vertrag sei nicht notariell beurkundet worden und habe daher noch keine Rechtsgültigkeit gehabt, erklärt Tietgen. „Wir sind traurig, dass der Zusammenschluss nicht geklappt hat, aber wir besinnen uns jetzt auf unsere Stärken, und die liegen in Lübeck“, sagt er. Fusionsbestrebungen mit anderen Banken geben es zurzeit nicht.

Von der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln war gestern keine Stellungnahme zu den gescheiterten Verhandlungen zu bekommen. Auf ihrer Internetseite warb sie unter dem Titel „Aktuelle Informationen zur Fusion“ immer noch für die „neue Bank“ und zeigte weiterhin Bilder von deren Vorstandsteam.

Die Kreditinstitute in Zahlen

Die Raiffeisenbank Südstormarn Mölln zählt 16144 Mitglieder. Sie hat zwölf Filialen in Stormarn und dem Kreis Herzogtum Lauenburg sowie in Mecklenburg-Vorpommern. Es gibt rund 150 Mitarbeiter, davon sieben Auszubildende. Die Bilanzsumme der Bank stieg im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 670 Millionen Euro.

Die Volksbank Lübeck hat 14813 Mitglieder, 164 Mitarbeiter, davon 19 Auszubildende. Es gibt neun Filialen, die meisten in Lübeck sowie je eine in Stockelsdorf und in Bad Schwartau. 2014 betrug die Bilanzsumme 694 Millionen Euro, Zahlen für 2015 wurden noch nicht veröffentlicht.

Janina Dietrich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft im Norden
DAX
Chart
DAX 12.242,00 -0,18%
TecDAX 2.270,75 +0,15%
EUR/USD 1,1699 -0,61%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

RWE ST 20,42 +1,54%
LINDE 165,82 +0,75%
LUFTHANSA 20,76 +0,73%
DT. BANK 14,32 -1,01%
DT. POST 35,15 -0,94%
MÜNCH. RÜCK 176,30 -0,67%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 124,50%
Crocodile Capital MF 102,07%
Allianz Global Inv AF 99,22%
Polar Capital Fund AF 92,61%
Commodity Capital AF 90,58%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.