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Fußball-EM: Kollegen im Tippfieber

Lübeck Fußball-EM: Kollegen im Tippfieber

In der Gärtnerei, im Autohaus und in der Schule: Überall wird versucht, das richtige Spielergebnis vorherzusagen.

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Im bunt geschmückten Aufenthaltsraum tragen Jimmy Jäger, Robert Köpp und Wiebke Lohff (v. l.) die Viertelfinal-Begegnungen ein. Neun Mitarbeiter machen beim Tippspiel der Gärtnerei Lohff mit, zu gewinnen gibt es einen Korb voll Süßigkeiten.

Quelle: Fotos: Lutz Roeßler(2), Maike Wegner, Daniel Karmann/dpa

Lübeck. Ob selbsternannter Fußballexperte oder Glücksritter: Fast alle tippen derzeit die Spiele der Europameisterschaft. Der Sieg für Island gegen England, na klar, den haben viele Ahnungslose kommen sehen. Weil die Isländer bisher nicht schlecht waren. Und weil sie so unglaublich sympathisch sind und man es ihnen so sehr gönnen würde. „Auf Island haben bei uns gleich mehrere Frauen getippt“, sagt Hauke Stein schmunzelnd, „na ja, konnte ja keiner ahnen“. Er organisiert gemeinsam mit seiner Kollegin Ann-Kristin Lorenz das Tippspiel in der Lübecker Heinrich-Mann-Schule. Vom Hausmeister über die Sekretärin bis zum Lehrerkollegium tippen 32 Fußballfans mit. „Jeden Morgen laufen alle zum handgeschriebenen Plan und gucken nach den Ergebnissen. Das ist einfach persönlicher und witziger als im Internet“, sagt Stein, „bei der letzten Dienstversammlung machen wir die Siegerehrung. Die ersten Drei erhalten einen Frühstücksgutschein und alle anderen einen kleinen Trostpreis.“

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In der Gärtnerei, im Autohaus und in der Schule: Überall wird versucht, das richtige Spielergebnis vorherzusagen.

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„Mit einem Tippspiel werden sogar langweilige Spiele plötzlich interessant.“ Wiebke Lohff (29), Gärtnerei Lohff

Wer getippt hat will natürlich wissen, ob er besser war als seine Kollegen. „So werden sogar langweilige Spiele plötzlich ganz interessant“, sagt Wiebke Lohff von der gleichnamigen Gärtnerei. Neun Mitspieler hat die kleine Tipprunde, bei der es einen ganzen Korb voll Süßigkeiten zu gewinnen gibt. „Jeder hat am Anfang etwas reingelegt, der Erstplatzierte bekommt die Hälfte, der Zweite 30 und der Dritte 20 Prozent“, erklärt die 29-Jährige. Für sie sieht es mit dem Sieg eher schlecht aus, derzeit belegt sie den letzten Platz. Und das, obwohl sie auf Island gesetzt hat.

Ganz vorne liegt ihre Kollegin, auf Platz zwei Vater und Chef Andreas Lohff. „Es kommt sowieso nicht darauf an, ob man Ahnung von Fußball hat oder nicht“, meint die Juniorchefin. „Ich habe gehört, dass unser Azubi sogar die Ergebnisse gewürfelt hat und er ist vorne mit dabei. Es soll einfach Spaß machen.“

Die Erfahrung hat auch Andreas Nehlsen gemacht. „Ich spiele seit 15 Jahren Fußball und kenne mich ein bisschen aus. Aber gebracht hat das bisher gar nichts“, sagt der 22-Jährige. Er organisiert das Tippspiel im Autohaus am Funkturm in Stockelsdorf. Die zwölf Mitspieler tippen nicht nur jedes Spiel, sondern mussten sich vor EM-Beginn auf den Europameister festlegen. Herausgekommen sind fünf Stimmen für Deutschland, fünf für Frankreich, eine für Italien und eine für Tschechien. Dass der Torschützenkönig des Turniers aus Deutschland kommt, tippen sogar acht Kollegen. „Ich habe beim EM-Titel auf Frankreich gesetzt, würde ich heute nicht mehr machen“, sagt Nehlsen. Wer besonders daneben lag, muss sich am nächsten Tag schon mal einen Spruch anhören. Ein Mitspieler hat beispielsweise ein 5:0 im Spiel England gegen Island getippt und damit die Kollegen amüsiert. Am Ende geht es um 120 Euro, denn jeder Spieler hat zuvor zehn Euro eingezahlt. „Diese EM ist besonders schwer zu tippen, weil es so viele Überraschungsmannschaften gibt“, meint der Kfz-Mechatroniker. Seine Chefin Katrin Famula liegt im Gegensatz zu ihm auf den vorderen Plätzen. Vielleicht auch, weil sie unbedarfter und ohne Fußballwissen tippt.

Tanja Vorpahl ist Therapeutin im Sankt Elisabeth Krankenhaus in Eutin. Auch sie ist keine Fußballexpertin, hat aber schon bei der WM vor zwei Jahren die Tipprunde gewonnen. „Wir tippen in unserer Abteilung zuerst die Vorrunde und nun die Finalrunden“, erzählt die Therapeutin. Zwei Euro hat jeder der 13 Mitarbeiter pro Runde einbezahlt. „Wir wollten nur Spaß, und da muss es keine große Summe sein“, sagt Vorpahl. Auch in der Therapieabteilung sind übrigens die Ahnungslosen oft im vorderen Feld. „Die totalen Fußballfreaks sind nicht immer vorne.“

Und so liegt auch Heidi Kroll von Elektro Strümpell ohne große Fußballkenntnisse derzeit auf dem sechsten Rang. „Es ist sowieso eine Überraschungs-EM, man kann nichts planen“, sagt sie. „Manchmal frage ich meinen Mann vorher.“ In der Tipprunde der Firma aus Timmendorfer Strand sind 19 Mitarbeiter, getippt wird übers Internet oder eine Handy-App. Die Preise hat allein der Chef Michael Strümpell gesponsert. Für die ersten Sechs gibt es Frühstücksgutscheine, Tankguthaben oder Essensgutscheine.

Maike Wegner

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