Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Gamescom öffnet sich für die Massen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Gamescom öffnet sich für die Massen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:14 23.08.2017
Virtual Reality (VR) bleibt ein Thema bei der Gamescom: Besucher machen mit einer VR-Brille eine virtuelle Achterbahnfahrt. Quelle: Foto: Oliver Berg/dpa
Anzeige
Köln

Angela Merkel ist abgereist, jetzt ist Zocken angesagt. Nachdem sich auf der Gamescom einen Tag lang Branche und Politik feierten, dürfen nun auch Privatbesucher auf die Messe. Sie kommen mit Campingstühlen und Fellohren auf die größte Computer- und Videospielmesse der Welt.

Die Gamescom zieht wie vielleicht kaum ein anderer Branchentreff in Deutschland auch das Massenpublikum an, vor allem das junge. Jahr für Jahr fiebert es dem Tag nach der offiziellen Eröffnung entgegen, die traditionell Wirtschaft, Politik und Medien vorbehalten ist.

Gestern war es soweit. Die Hallen füllen sich schlagartig. Vor allem geht es darum, neue Spiele anzutesten. „Ich habe den Tag vorgeplant. Wenn alles klappt, schaffe ich fünf Spiele“, sagt Paul. Das klingt nach nicht viel, hängt aber mit den berüchtigt langen Warteschlangen zusammen. Der 20-Jährige hat seine Route daher geplant wie ein Feldherr.

Das Motto der diesjährigen Gamescom lautet „Einfach zusammen spielen“. Der Titel deutet an, dass die Messe 2017 nicht mit bahnbrechenden Neuerungen aufwartet – auch wenn die Bundeskanzlerin digitale Spiele als „Kulturgut, Innovationsmotor und Wirtschaftsfaktor von allergrößter Bedeutung“ pries. Virtual Reality (VR) spielt immer noch eine große Rolle, wird aber nicht so aufgepumpt wie noch 2016. Bei der Technologie werden mit speziellen Brillen komplett künstliche Welten erzeugt.

Umso klarer ist daher zu sehen, was die Gamescom neben einer Leistungsschau noch ist: ein Szene-Treff. In den Warteschlangen und an den Bildschirmen kommt man schnell ins Gespräch. „Es geht hier auch darum, Freunde zu treffen“, sagt Marc, Vollbartträger und Profi. Er hat einen Campingstuhl dabei, als er sich in die Schlange zum Kriegs-Shooter „Call of Duty:

WWII“ einreiht.

Es sind vor allem junge Männer, die auf die Messe kommen. Aber es ist erkennbar, wie die Szene im Mainstream ankommt. Im vergangenen Jahr kamen rund 315000 Privatbesucher zur Gamescom. Seit sie 2009 erstmals in Köln stattfand und damit die Gamesconvention in Leipzig ablöste, wächst die Messe. Und die Aussteller tun alles, um ihr Publikum zu umgarnen. Unter Bass-Gewummer werfen Einheizer T-Shirts von Bühnen. Und längst sind nicht nur SpieleFirmen vertreten, sondern auch diverse andere Organisationen – von der Bundeswehr bis zum Evangelischen Jugendpfarramt Köln.

Die Subkultur ist so groß, dass sie weitere Subkulturen hervorbringt. Dazu zählen die Cosplayer, Videospielfans, die sich wie ihre Lieblingsfiguren verkleiden. Immer wieder begegnet man in den Messehallen Pokémons, Jedi-Rittern und Fabelwesen. Ihnen geht es eher darum, Leute zu treffen: „Das Warten ist mir ehrlich gesagt zu anstrengend“, sagt Alex, der mit grell-orangenen Fellohren angereist ist.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Deutsche Bundesbank hat die Verlagerung von Goldreserven aus dem Ausland abgeschlossen – drei Jahre früher als geplant.

23.08.2017

Lufthansa will Tochter Niki kaufen, muss sich aber noch gedulden.

23.08.2017

. Im Streit um die Übernahme der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann durch Edeka hat das Bundeskartellamt nachträglich Rückendeckung vom Düsseldorfer Oberlandesgericht bekommen.

23.08.2017
Anzeige