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Geht dem Diesel die Luft aus?

Berlin Geht dem Diesel die Luft aus?

Fahrverbote, Grauzonen, neue Tests –die wichtigsten Punkte in der Übersicht.

Berlin. . Wer blickt noch durch im Diesel-Chaos? Blaue Plakette ja oder nein, mögliche Fahrverbote als Lösung oder als Problem – und über all dem die Frage, ob moderne Motoren wirklich so viel sauberer sind als alte Dreckschleudern.

„Um die Luftqualität zu verbessern, gibt es intelligentere Maßnahmen als Fahrverbote.

Autoverband VDA

Pro Fahrverbote

Der Streit dreht sich vor allem darum, wie mit alten Dieselmotoren umgegangen werden soll – nicht nur in den bundesweit 54 städtischen Umweltzonen. Jedoch sind auch Antriebe der jüngeren Euro-6-Generation oft alles andere als schadstoffarm: Kürzlich fand das Umweltbundesamt heraus, dass viele der modernen Varianten ebenfalls deutlich mehr Stickoxid (NOx) ausstoßen, als sie sollten.

Einem Labor-Grenzwert von 80 Milligramm pro Kilometer standen Alltagsmessungen von 507 Milligramm gegenüber.

Contra Fahrverbote

Der Autoverband VDA ist gegen Einschränkungen für ältere Diesel der Abgasnorm Euro-5: „Um die Luftqualität in den Städten zu verbessern, gibt es intelligentere Maßnahmen als Fahrverbote.“ Initiativen für besseren Verkehrsfluss könnten den Ausstoß von NOx schon um ein Drittel drücken. Auch BMW und Daimler sehen das so. VW plädiert für „klare, bundeseinheitliche Regelungen“ – steht aber der vom Bundesverkehrsministerium abgelehnten blauen Plakette für hohe Umweltzonen-Auflagen „positiv gegenüber“.

Gefahren für die Gesundheit?

NOx ist in hohen Dosen ein Atemgift und fördert die Feinstaubbildung. Laut einigen Studien gibt es auch Zusammenhänge zwischen vorzeitigen Todesfällen und hoher Stickoxid-Belastung. Die Autobranche betont, dass Diesel vergleichbarer Leistung geringere Mengen des Klimakillers CO2 freisetzen als Benziner.

Streit über alternative Konzepte

Vor allem die Grünen machen im Wahlkampf Vorschläge für sauberere Luft. Spitzenkandidat Cem Özdemir will den Abschied vom Diesel über höhere Steuern für schmutzige Autos beschleunigen. Im Gegenzug schlägt er Gutschriften bei der Kfz-Steuer für abgasfreie Autos vor.

Graustufen im Abgas-Regelwerk

Kritiker sagen, die EU-Regeln zu sogenannten Abschalteinrichtungen seien nicht eindeutig. Zwar steht in der Verordnung: „Die Verwendung von Abschalteinrichtungen, die die Wirkung von Emissionskontrollsystemen verringern, ist unzulässig.“ Allerdings gibt es Ausnahmen. So darf die Technik genutzt werden, um etwa Motorschäden zu verhindern. Umstrittene Folge: Die Hersteller nutzen „Thermofenster“, bei denen in bestimmten Temperaturbereichen die Abgasnachbereitung heruntergeregelt wird.

Neue Testverfahren ab September

Das Problem unrealistischer Abgastests ist erkannt. Für NOx soll deshalb ab September schrittweise das RDE-Prüfverfahren mit Messungen auf der Straße eingeführt werden. Aber es sollen noch jahrelang großzügige Abweichungen von geltenden Grenzwerten erlaubt bleiben. Auch für die Messung von CO2 gelten bald neue Auflagen. Ab September ist das realistischere WLTP-Verfahren für neue Modelle verpflichtend.

LN

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