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German Pellets: Amtsgericht bestellt Insolvenzverwalterin

Wismar German Pellets: Amtsgericht bestellt Insolvenzverwalterin

Richter lehnt den Insolvenzantrag in Eigenverwaltung des Wismarer Brennstoff-Herstellers ab / Löhne und Gehälter der 650 Mitarbeiter sollen bis April gesichert sein.

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Das Werk von German Pellets in Wismar: Der Holzverarbeiter ist in eine Schieflage geraten und hat Insolvenz angemeldet. Derzeit steht die Produktion still.

Quelle: Bernd Wüstneck

Wismar. Das Amtsgericht Schwerin hat den vom Brennstoff-Hersteller German Pellets gestellten Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung abgelehnt. Stattdessen hat es das Insolvenzverfahren eröffnet und Bettina Schmudde von der international agierenden Kanzlei White & Case aus Hamburg als vorläufige Insolvenzverwalterin für das Unternehmen eingesetzt.

German Pellets

2,2 Millionen Tonnen Pellets pro Jahr pro-

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Das Werk von German Pellets in Wismar: Der Holzverarbeiter ist in eine Schieflage geraten und hat Insolvenz angemeldet. Derzeit steht die Produktion still.

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duzierte die German Pellets GmbH einst. Der weltweit größte Produzent und Händler von Holzpellets wurde 2005 in Wismar gegründet. Zuletzt produzierte er an 19 Standorten.

Die Maschinen Am Torney in Wismar stehen still. „Die Produktion ruht zurzeit“, bestätigte gestern Christoph Möller, der in Sachen Insolvenz für die Pressearbeit zuständig ist. Ob und wann sie wieder anläuft sei unklar.

Für die 150 Wismarer Mitarbeiter von German Pellets beginnt eine Zeit der Unsicherheit und des Wartens. Nur um ihr Geld müssen sie sich noch keine Sorgen machen. „Für die Monate Februar, März und April sind die Löhne und Gehälter durch das Insolvenzgeld gesichert“, erklärt Christoph Möller. Was danach passiere, könne noch keiner sagen. „Das Ziel ist, den Geschäftsbetrieb zu erhalten und auch der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.“

Das Insolvenzgeld wird durch die Bundesagentur für Arbeit ausgezahlt. „Die Mitarbeiter müssen keine Angst haben, dass sie ihr Geld nicht bekommen“, versichert Martin Greiner, Leiter des Jobcenters Wismar. Die Auszahlung erfolge über den operativen Service der Arbeitsagentur in Rostock. „Das ist ein üblicher Vorgang, übrigens auch beim Arbeitslosengeld.“

Für Wismars Wirtschaftssenator und stellvertretenden Bürgermeister Michael Berkhahn (CDU) ist German Pellets im kaufmännischen Bereich in eine Schieflage gekommen, „nicht aber bei der Produktion“.

Jetzt müsse es darum gehen, dass die Insolvenzverwalterin schnell einen neuen Investor findet. „Schließlich geht es um 650 Arbeitsplätze, 150 allein in Wismar“, sagte Berkhahn. Dabei habe der Produktionsstandort in der Hansestadt aus seiner Sicht nichts mit der Insolvenz zu tun. „Vermutlich hat sich Inhaber Peter Leibold mit den Investitionen in Europa und besonders in Amerika verkalkuliert.“

Wie jetzt bekannt wurde, soll Peter H. Leibold bereits Anfang Dezember 2015 den Bereich Vertrieb aus German Pellets herausgelöst und dafür eine eigene Firma gegründet haben. Pikantes Detail:

Geschäftsführerin des neuen Unternehmens soll seine Tochter Kathrin Leibold (30) sein.

Nach dem Insolvenzrecht kann das Herauslösen des Vertriebs aus dem Unternehmen nicht mehr rückgängig gemacht werden. Das könnte die Insolvenzverwalterin nur bei Geschäften, die innerhalb der letzten 30 Tage vor der Pleite abgeschlossen wurden. Gestern hat sich Anwältin Bettina Schmudde erst einmal einen Überblick bei German Pellets in Wismar verschafft. Sie arbeitet für die international agierende Kanzlei White & Case. Sie wurde von zwei Anwälten 1901 in New York gegründet, ist mittlerweile in 25 Ländern aktiv und zählt seit mehr als 30 Jahren zu den führenden Praxen im Insolvenzrecht.

Die Verbindlichkeiten von German Pellets sollen bei 700 Millionen Euro liegen. Ob auch die Produktionsstätten in Österreich, Belgien und den USA von der Zahlungsunfähigkeit betroffen sind, ist noch unklar. „Bis jetzt haben nur das Mutterunternehmen German Pellets und vorige Woche die Tochter FireStixx Insolvenzantrag gestellt“, erklärt Christoph Möller.

Sylvia Kartheuser und Peter Preuß

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