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Wirtschaft im Norden Gewinne der Bauern brechen ein
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20:21 08.12.2015
In Deutschland sinkt die Nachfrage nach Schweinefleisch zum Leidwesen der Bauern bereits seit einigen Jahren. Quelle: Fotos: Dpa

. Der Deutsche Bauernverband schlägt Alarm. Die Gewinne der Landwirte seien angesichts gesunkener Weltmarktpreise und politischer Barrieren beim Export nach Russland massiv eingebrochen. Im vergangenen Wirtschaftsjahr 2014/15 sackte das Unternehmensergebnis im Schnitt um 35 Prozent auf 43 300 Euro ab, teilte der Bauernverband gestern mit. Davon seien noch Investitionen zu finanzieren. „Die Situation ist schwierig“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Nur Wein- und Ökobauern konnten zulegen. Insgesamt erwartet der Verband auch für die ersten Monate 2016 keine durchgreifende Verbesserung.

Die wirtschaftliche Lage der Betriebe bleibe angespannt, sagte Rukwied. Bei den Investitionen sei nochmals ein deutlicher Rückgang zu erwarten. Der Bauernpräsident kritisierte angesichts dieser Situation, dass Ernährungsindustrie und Handel zu niedrigen Preisen Lebensmitteln einkaufen könnten — die Gewinnspannen, die am Ende aus Ladenpreisen für die Kunden resultieren, hätten sich aber bei mehreren Produkten vergrößert. Dies gehe zulasten der Bauern. Vom Gewinneinbruch sind fast alle landwirtschaftlichen Bereiche erfasst. So verbuchten die Ackerbauern ein Minus von 22 Prozent auf 60000 Euro, bei Milchviehbetrieben von 44 Prozent auf 38 800 Euro. Der russische Einfuhrstopp für Agrarprodukte als Reaktion auf EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Krise schlug besonders hart auf die Obstbauern durch, deren Gewinne sich halbierten. Für die Berechnungen wurden Daten von 14000 Betrieben ausgewertet. Sie beziehen sich auf das Wirtschaftsjahr 2014/15. Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit 286000 Höfe.

LN

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