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Wirtschaft im Norden Gift in „Oma’s Pellkartoffelsalat“?
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Gift in „Oma’s Pellkartoffelsalat“?
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20:19 05.08.2017

Der Skandal um giftbelastete Eier weitet sich auch in Schleswig-Holstein aus. Sechs Salatprodukte des Lübecker Herstellers Neue Mayo Feinkost GmbH wurden nun wegen belasteter Eier zurückgerufen. Bei der Herstellung seien mit Fipronil belastete Eier verwendet worden, hieß es auf der Seite lebensmittelwarnung.de der Länder und des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

„Das betroffene Unternehmen hat sich vorbildlich und verantwortungsbewusst im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes gehandelt und sich selbst gemeldet“, lobte Wolf Gehrmann vom Verbraucherschutzministerium in Kiel. Weitere Fälle seien ihm bislang nicht bekannt. Die Geschäftsführung der „Neue Mayo Feinkost“ in Lübeck-Schlutup war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Es handelt sich um „Porreesalat Toscana“, „Oma's Pellkartoffelsalat“ MHD 16.08.217, „Gosch Sonntagsfrühstück“, „Eiersalat klassisch“ MHD 18.08.2017, „Hofgut Eiersalat“ MHD 16.08.2017, „Hofgut Thunfischsalat“ MHD 16.08.2017.

Die betroffenen Produkte wurden laut lebensmittelwarnung.de in Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vertrieben. Der Hersteller habe „als Maßnahme des vorbeugenden Verbraucherschutzes die Rücknahme der aufgelisteten Produkte eingeleitet“, heißt es.

Zuvor war bekannt geworden, dass ein zweiter niedersächsischer Zwischenhändler möglicherweise belastete Eier in den Norden geliefert hatte. Laut Verbraucherschutzministerium in Kiel wurden insgesamt fünf Zentrallager von Lebensmittelketten von den beiden Händlern mit niederländischen Eiern beliefert. In den Läden seien vorsorglich alle niederländischen Eier aus den Regalen genommen worden.

Voraussichtlich am Dienstag werden erste Ergebnisse des Landeslabors von 15 Eierproben aus Schleswig-Holstein erwartet.

Von dem Skandal sind inzwischen fast alle Bundesländer betroffen. Auch Aldi Süd und Aldi Nord nehmen deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf. In die Regale sollen nur noch Eier kommen, die nachweislich kein Fipronil enthalten. Es handele sich um eine „reine Vorsichtsmaßnahme“.

Der Geflügelwirtschaftsverband Schleswig-Holstein und Hamburg rechnet damit, dass regionale Anbieter von der Entwicklung profitieren. Wenn ein Discounter wie Aldi Eier aus dem Sortiment nehme, führe das zu einem Anstieg der Nachfrage bei anderen Lebensmittel- Händlern, sagte der Landesvorsitzende Hans-Peter Goldnick. Es gebe landesweit nur 40 bis 50 Geflügel-Betriebe mit mehr als 3000 Legehennen. „Ich bin ziemlich sicher, dass wir dieses Zeug nicht im Einsatz haben“, fügte er mit Blick auf den Wirkstoff Fipronil hinzu.

Dennoch herrscht unter Verbrauchern Verunsicherung. „Das Thema Fipronil beunruhigt“, sagte Vivien Rehder von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Wir haben verstärkt Anfragen dazu.“ Generell rieten Ernährungsberater, nicht mehr als drei Eier pro Woche zu essen. „Wenn man sich daran hält, kann nicht allzu viel passieren, selbst wenn es belastete Eier sein sollten.“

In den Niederlanden war in Legehennenbetrieben der nicht dafür zugelassene Wirkstoff Fipronil eingesetzt worden, viele der dort produzierten Eier wurden nach Deutschland verkauft. Fipronil wirkt gegen Läuse, Milben und Flöhe. Die giftige Substanz war nach derzeitigem Stand der Ermittlungen über ein Reinigungsmittel in die Ställe gelangt.

stö

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