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Glückwunsch! Der Supermarkt wird 60

Köln Glückwunsch! Der Supermarkt wird 60

Im Herbst 1957 eröffnete in Köln der erste Supermarkt Deutschlands. Sechs Jahrzehnte später steht das Geschäftsmodell vor Problemen. Um gegen Internet und Discounter bestehen zu können, müssen sich die Betreiber neu erfinden.

Köln. Im vergangenen  Jahr gab es hierzulande laut dem Handelsforschungsinstitut EHI rund 12 000 Supermärkte – mit nach wie vor steigender Tendenz. Das Netz von Edeka, Rewe, Real und Co. ist so dicht wie in kaum einem anderen Land.

Als Geburtsdatum des Supermarkts in Deutschland gilt der 26. September 1957. Damals eröffnete Kaufmann Herbert Eklöh in Köln einen Lebensmittelladen mit einer Verkaufsfläche von 2000 Quadratmeter – für damalige Verhältnisse gigantisch. Während anderswo noch Tante-Emma-Läden mit Bedienung durch Personal dominierten, setzte Eklöh auf Selbstbedienung, Warenvielfalt und Frische. Der Kaufmann habe sich bei der Gestaltung von Experten aus dem Mutterland des Supermarktes, den USA, beraten lassen, erzählt Jan Logemann, der an der Universität Göttingen über die Geschichte des Konsums forscht. Unumstritten ist das Geburtsdatum des Supermarktes hierzulande jedoch nicht. So datieren einige Experten die ersten Gehversuche schon auf das Jahr 1938 oder 1949.

Heute wird der Lebensmittelhandel in Deutschland von den großen Supermarktketten Edeka und Rewe geprägt. Doch trotz zuletzt kräftiger Umsatzzuwächse bleibt z um Zurücklehnen keine Zeit. Herausforderung Nummer eins: die Discounter. Aldi und Lidl geben Milliarden aus, um ihre Läden ansprechender zu gestalten und rücken optisch und im Angebot näher an die klassischen Supermärkte heran.

Herausforderung Nummer zwei: das Internet. Zwar spielt Online-Handel im Lebensmittelbereich bislang nur eine kleine Rolle, doch nachdem der Internetgigant Amazon seinen Lebensmittellieferdienst Amazon Fresh in Deutschland gestartet hat, scheint auch hier ein Damm gebrochen.

Die Supermarkt-Betreiber sind dabei, sich neu zu erfinden: mit eigenen Online-Angeboten und neuen Ideen. „Frische Produkte werden eine viel größere Rolle spielen“, ist Gerling überzeugt. Obst, Gemüse, Fleisch oder Käse wolle der Kunde sehen und erleben, bevor er sie kaufe. Andere Artikelgruppen würden in den Online-Bereich abwandern. „Wer will schon unbedingt Mineralwasserkästen oder Dosentomaten nach Hause schleppen?“

Im Supermarkt der Zukunft werde zudem die Gastronomie viel mehr Platz einnehmen, prognostiziert der EHI-Chef.

LN

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