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Gold bei Anlegern wieder hoch im Kurs

Frankfurt a. M Gold bei Anlegern wieder hoch im Kurs

Preis des Edelmetalls ist um 30 Prozent gestiegen – Experten warnen aber vor möglichen Rückschlägen.

Frankfurt a. M. Furcht vor den Brexit-Folgen und eine ungebremste Geldflut der Notenbanken: Für viele Anleger ist das Grund genug, den vermeintlich sicheren Anlagehafen Gold anzusteuern. Seit Beginn des Jahres ist der Goldpreis um 30 Prozent gestiegen. Eine Feinunze (etwa 31 Gramm) wurde in dieser Woche bei 1375 Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit 2014 gehandelt, bevor der Preis auf zuletzt 1332 Dollar rutschte. Schon tummeln sich viele spekulative Anleger am Goldmarkt.

„„Das Brexit-Votum hat den Goldpreis nochmals kräftig nach oben geschoben.“ Barbara Lambrecht,

Commerzbank

Einige Experten warnen vor Risiken und wollen einen deutlichen Rückschlag beim Goldpreis nicht ausschließen. Wie stark die Nachfrage nach Gold ist, zeigen Zahlen vom Goldhändler Degussa. „Seit Jahresanfang steigt die Zahl der Degussa- Goldverkäufe – teilweise mit prozentual zweistelligen Zuwächsen“, berichtet Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Sprecher der Geschäftsführung. Dabei werden verstärkt Barren von 250 Gramm und ein Kilogramm nachgefragt. „Bei den Anlagemünzen ist der Krügerrand nach wie vor die beliebteste Münze“, so Wrzesniok-Roßbach. Außerdem gebe es ein erhöhtes Interesse an Schließfächern und nach einer Lagerung in einem Tresor im zentralen Degussa-Wertlager.

„Das Brexit-Votum und die Aussicht auf eine länger abwartende US-Notenbank haben den Goldpreis nochmals kräftig nach oben geschoben“, beschreibt Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht von der Commerzbank den Handel mit dem Edelmetall. Sie rechnet vorerst nicht mit einem starken Rückschlag und geht davon aus, dass der Goldpreis Ende des Jahres bei 1350 Dollar je Feinunze stehen dürfte.

Zuletzt hat das überraschende Brexit-Votum die Märkte verunsichert. Diese Unsicherheit traf auf eine bereits nervöse Stimmung bei vielen Sparern, hervorgerufen durch die Geldflut führender Notenbanken im Kampf gegen die flaue Konjunktur. Mittlerweile pumpt die Europäische Zentralbank (EZB) monatlich im Schnitt 80 Milliarden Euro durch den Kauf von Wertpapieren in den Markt.

Als weitere wichtige Stütze für den Goldpreis gelten die mageren Zinsen. Vor allem die Tatsache, dass Anleger bei beliebten Anlageformen wie etwa Bundesanleihen ihre Rendite abschreiben müssen, spielt Gold in die Hände. „Bisher wurde bei der Goldanlage stets moniert, dass Gold keine Zinsen zahle“, sagte Andreas Böger von der Fondsgesellschaft C-Quadrat. Wenn Bundesanleihen aber mit negativen Renditen gehandelt werden, „ist eine nominale Verzinsung von null Prozent für eine sichere und liquide Anlage im aktuellen Umfeld sehr attraktiv“, sagte Böger.

„All das ist eine gute Politur für Gold“, sagt Rohstoffexpertin Dora Borbely von der Dekabank.

Allerdings warnt Commerzbank-Expertin Lambrecht, das hohe Niveau von Wetten auf einen steigenden Goldpreis berge das Risiko einer Preiskorrektur. Besonders pessimistisch zeigt sich Rohstoffexperte Jim Rogers, der einst mit George Soros den Hedgefonds Quantum Funds gründete. Gold ist in diesem Jahr zwar „eine der stärksten Anlagen überhaupt“, sagt Rogers. Er rechnet aber mit einem heftigen Rückschlag: „Ich erwarte, dass der Goldpreis bald wieder unter 1000 Dollar liegt.“

Jürgen Krämer

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