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Wirtschaft im Norden Goldene Zukunft für Seehäfen: Güterumschlag wächst enorm
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22:19 05.07.2013
Von Arnold Petersen
Es brummt im Lübecker Hafen: Lastwagen warten auf ihre Verladung am Skandinavienkai in Travemünde. Quelle: Foto: Lutz Roeßler
Berlin

Der Umschlag in den deutschen Seehäfen wird in den nächsten Jahren kräftig steigen. Die neue Seeverkehrsprognose des Bundesverkehrsministeriums geht von einem Zuwachs des Gesamtumschlags um 74 Prozent bis 2030 aus — von 269 auf 468 Millionen Tonnen. Das ist im Jahresdurchschnitt ein Plus von 2,8 Prozent. Die Häfen an der Nordsee legen dabei stärker zu als die an der Ostsee.

Die Prognose, die den LN vorliegt, soll am Montag den Vertretern der Länder vorgestellt werden. Sie wird in die Aufstellung des neuen Bundesverkehrswegeplans 2015 einfließen, dessen Vorbereitung bereits läuft. Das aktuell prognostizierte Gesamtwachstum in den Häfen liegt deutlich über den Zuwachsraten 2001 bis 2010, als der Umschlag im Jahresschnitt um 1,4 Prozent kletterte.

Lübeck wird an der Ostsee Rostock davonziehen. Nach Analyse der Experten unter anderem vom Fraunhofer-Institut werden 2030 an der Trave 28 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das bedeutet ein jährliches Plus von durchschnittlich 2,3 Prozent. Zum Vergleich: 2010 lag der Lübecker Umschlag bei knapp 17,9 Millionen Tonnen. Für Rostock wird die Wachstumsrate mit 1,2 Prozent angegeben. Das bedeutet einen Anstieg der Umschlagsmenge von 19,5 auf knapp 24,8 Millionen Tonnen.

Größter Gewinner an der Ostsee ist Puttgarden, wo für Ende 2021 zusätzlich zum Fährhafen der Belt- Tunnel eröffnet werden soll. Die Prognose sagt für Hafen und feste Querung fast 10,5 Millionen Tonnen im Jahr 2030 voraus (2010: vier Millionen). Damit kommt Puttgarden auf ein durchschnittliches Jahresplus von 4,9 Prozent. Die Zahlen für die anderen Ostsee-Seehäfen: Wismar plus 2,8 Prozent, Kiel plus 1,9 Prozent, Sassnitz minus 1,1 Prozent, Stralsund plus 1,8 Prozent, Flensburg minus 0,7 Prozent. Insgesamt beläuft sich das Plus bei den Umschlagsmengen an der Ostsee auf durchschnittlich zwei Prozent.

In den deutschen Nordseehäfen wird ein Plus von drei Prozent erwartet. Damit brummt der Verkehr hier stärker als in den konkurrierenden Häfen der Niederlande, Belgiens und Frankreichs, wo eine jährliche Zuwachsrate von 1,7 Prozent unterstellt wird. Die Gewinner sind neben den großen Häfen Hamburg (plus 3,2 Prozent pro Jahr), Bremerhaven und Wilhelmshaven (jeweils plus 3,3) auch Brake und Papenburg (jeweils plus 4,1) sowie Cuxhaven (plus 3,3). Die Prognose geht von Verlagerungseffekten zulasten der deutschen Häfen Richtung Mittelmeer und durch Direktanläufe in die Ostsee aus. Das Niveau werde jedoch gering sein.

Der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) bestätigte auf LN-Anfrage die Zahlen. „Die Seeverkehrsprognose fußt auf realistischen Annahmen bis 2030 und gibt gute Perspektiven für die Seehäfen“, sagte er. „Daraus folgt, dass ein Schwerpunkt der Verkehrspolitik auf der Anbindung der Seehäfen liegen muss“, sagte er mit Blick auf den neuen Bundesverkehrswegeplan.

Auch Jade-Weser-Port profitiert
Wenn die Experten richtig liegen, dann wird der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven einen großen Anteil des Wachstums an Containerverkehren aufnehmen. 3,4 Millionen Standardcontainer erwarten sie im Jahr 2030 in dem neuen Tiefseewasserhafen, der erhebliche Anlaufschwierigkeiten hat. Zum Vergleich: Für den Hafen Hamburg werden 16,4 Millionen Container und 194,6 Millionen Tonnen Umschlag im Jahr 2030 prognostiziert.

Arnold Petersen

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