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Goldener Herbstanfang für die Allianz

München Goldener Herbstanfang für die Allianz

Versicherungskonzern mit unerwartet hohem Gewinn.

München. Der Versicherungskonzern Allianz meldet nach einer unerfreulichen ersten Jahreshälfte einen unerwartet hohen Gewinnsprung im dritten Quartal. Große Katastrophenschäden blieben weitgehend aus, außerdem machte der europäische Marktführer gute Geschäfte mit Lebensversicherungen. So verblieb im dritten Quartal am Ende ein Nettogewinn von knapp 1,9 Milliarden Euro – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Anstieg von 36,5 Prozent. Das berichtete jetzt Finanzvorstand Dieter Wemmer. „Das sind eigentlich sehr schöne Entwicklungen.“

Der Umsatz stieg nur leicht um 200 Millionen auf 27,7 Milliarden Euro. Doch mit dem Gewinnsprung übertraf die Allianz die Erwartungen der Analysten. Die Sparte Lebensversicherung steigerte ihren operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal 2015 sogar um mehr als die Hälfte auf 1,1 Milliarden Euro.

Unter anderem profitierte die Allianz von höheren Renditen bei Kapitalanlagen in den USA und Frankreich. „Es ist gut, wenn man ein Quartal hat, in dem die Volatilitäten mal zum Guten ausschlagen“, sagte der Finanzvorstand. „Das Geld kann einem keiner mehr wegnehmen.“

Größte Allianz-Sparte ist die Schaden- und Unfallversicherung, deren operativer Gewinn um gut vier Prozent auf 1,4 Milliarden Euro stieg. Große Naturkatastrophen blieben aus. Die Erdbeben in Italien hatten nur minimale Auswirkungen – die meisten Häuser in Mittelitalien sind nicht gegen Erdbeben versichert, erläuterte Wemmer.

Und in der Vermögensverwaltung meldete Wemmer ebenfalls eine positive Entwicklung. Bei der über Jahre von Kapitalabfluss geplagten US-Tochter Pimco legten die Kunden im dritten Quartal erstmals seit 2013 wieder mehr Geld an – 4,7 Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Das gute dritte Quartal konnte die schwierige erste Jahreshälfte jedoch erwartungsgemäß nicht wettmachen. Insgesamt erwirtschaftete die Allianz von Januar bis Ende September einen Nettogewinn von 5,1 Milliarden Euro, gut ein Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Deswegen setzt der Konzern auch seine Prognose nicht nach oben: Es bleibt bei dem Ziel von zehn bis elf Milliarden operativen Gewinns in diesem Jahr. „Wir sind zuversichtlich, dass wir am Ende an unseren Versprechen gemessen werden können“, sagte Wemmer.

LN

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