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Wirtschaft im Norden Good Morning, Steuermichel!
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13:31 24.07.2017

Endlich frei! Seit Mittwoch arbeiten wir für unsere eigene Tasche. Bis dahin hat uns der Staat alles abgenommen, hat der Steuerzahlerbund errechnet. So blieben uns von einem Euro nach Abzug von Steuern und Abgaben nur noch 45 Cents übrig. Davon soll man die heimlich steigenden Lebenskosten bezahlen und auch noch was fürs Alter zurücklegen. 2016 feierten wir den „Steuergedenktag“ vier Tage früher. In wenigen Jahren werden wir wohl bis zum Herbst oder Silvester für Rabenvater Staat arbeiten. Dann kann man alle Feierlichkeiten zum Jahresende mit einem Abwasch erledigen. Besser wäre es doch, wenn wir alles abgenommen und nur das Nötigste zugeteilt bekämen. Man sehnt sich manchmal zurück ins Mittelalter. Dort gab es den Zehnt, also zehn Prozent Steuern. Dazu kamen allerdings die Kosten für Wegelagerei. Da man uns heute die Hälfte klaut, sollte die Steuer eher „Hälft“ heißen und die moderne Wegelagerei besteht heute aus Blitzern, Zettelpuppen und indirekten Steuern. Im Mittelalter gab’s noch Leibeigene. Daran hat sich nicht viel geändert, nur heißen sie heute Lohnsklaven. Allerdings wird das Geld heute ganz komfortabel vom Konto oder vom Gehalt geplündert. Und wenn man etwas zur Seite legt, wird das bei null Zinsen von der Inflation ebenso komfortabel aufgefressen. Um nichts muss man sich kümmern. Worüber regen wir uns auf? Dass der Staat vom Aufschwung mehr profitiert als seine Bürger? Das schafft kaum Anreize, noch leistungsfähiger zu sein, ist aber alternativlos. Wie wäre es, versteuertes Geld nochmal zu besteuern? Ach, haben wir schon. Nach der Bundestagswahl wird sicherlich alles besser. Die Versprechen auf Besserung sind kostenlos, die Zeche dann umso höher. Wie heißt es so schön? Wer die Musik bestellt, zahlt sie. Und wer die Regierung bestellt, doppelt.

LN

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