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Wirtschaft im Norden Greifswalder Paar entging dem Tod
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20:23 14.01.2016
Walter Kienast.

Zu den Betroffenen des Terroranschlags von Istanbul mit insgesamt zehn deutschen Todesopfern gehören auch die Greifswalder Walter Kienast (65), Vizepräsident des Unternehmerverbandes Vorpommern, und seine Frau Brigitte. Der bekannte frühere Geschäftsführer der Greifen-Fleisch GmbH und ehemalige Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Neubrandenburg wurde wie seine Gattin bei dem Attentat schwer traumatisiert.

Kienasts wurden gestern zurück nach Deutschland geflogen und befinden sich jetzt wieder in Greifswald. Sie werden psychologisch betreut. Das Ehepaar ist von dem Attentat schwer gezeichnet. „Ich kann nicht fassen, was dort passiert ist. Die Bilder sind so schrecklich, das kann man nie vergessen“, sagte Walter Kienast. Er versuche jetzt gemeinsam mit seiner Frau, erst einmal zur Ruhe zu kommen und das Unfassbare zu verarbeiten. Fakt sei, dass sie beide großes Glück gehabt hätten, mit dem Leben davongekommen zu sein. Wären sie unweit der Hagia Sophia etwas eher aus dem Reisebus ausgestiegen, hätten sie vermutlich zu den Todesopfern gezählt.

Walter Kienast ist seit Sommer vergangenen Jahres Rentner. Die Urlaubsreise in die Türkei war lange geplant, das Ehepaar hatte sich riesig darauf gefreut. Istanbul sollte nur eine Zwischenstation sein, danach wollten sie weiterreisen. Der Präsident des Unternehmerverbandes Vorpommern, Gerold Jürgens, hatte gestern Morgen erfahren, dass die Kienasts zu den Betroffenen des Terroranschlags gehörten. „Wir wollten die Nachricht zunächst gar nicht glauben. Als sie sich bestätigte, war es ein Riesenschock für uns alle. Jetzt sind wir unsagbar froh, dass beide wohlbehalten wieder zurück in Deutschland sind. Wann immer unser Vizepräsident uns braucht, sind wir für ihn da“, betonte Jürgens. „Wir hoffen und wünschen, dass er das grauenhafte Geschehen möglichst bald verarbeiten kann.“ Auch andere Mitglieder des Unternehmerverbandes wie Norbert Braun, Chef der Braun Beteiligungs GmbH Greifswald, zeigten sich fassungslos daüber, dass die Folgen des Terrors bis vor unsere Haustür reichen.

Nach dem Terroranschlag in Istanbul sind elf unverletzte Urlauber zurück in Deutschland. Sie seien am Mittwochabend in verschiedenen Städten gelandet, sagte Sprecher Ingo Leßmann vom Reiseunternehmen Lebenslust Touristik GmbH.

Mit dem Berliner Unternehmen waren zum Zeitpunkt des Anschlags am Dienstag 33 Reisende in der türkischen Metropole unterwegs. Auch die zehn deutschen Todesopfer gehörten zu dieser Gruppe. Ein Selbstmordattentäter hatte sie mit in den Tod gerissen. Sieben verletzte Urlauber seien noch in türkischen Kliniken, so der Sprecher.

Cornelia Meerkatz

LN

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