Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 1 ° Gewitter

Navigation:
Großauftrag für Kieler Werft aus Saudi-Arabien

Kiel Großauftrag für Kieler Werft aus Saudi-Arabien

Saudis wollen bei HDW fünf U-Boote kaufen. Doch dagegen regt sich Widerstand.

Kiel. Der Kieler Werft HDW winkt ein Milliardenauftrag: Saudi-Arabien will fünf U-Boote der Klasse 209 für insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro kaufen. Die Bundesregierung soll laut „Bild am Sonntag“ eine „wohlwollende Prüfung“ signalisiert haben. Der Auftrag könnte die 2300 HDW-Arbeitsplätze bis über das Jahr 2020 hinaus sichern, ist politisch aber umstritten.

Die Boote für Saudi-Arabien sollen nach Informationen der „Kieler Nachrichten“ alle bei HDW in Kiel (seit Januar offiziell: ThyssenKrupp Marine Systems) gebaut werden. Sollte aus der Anfrage tatsächlich ein Auftrag werden, wäre der Bau im Anschluss an die derzeit in der Produktion befindlichen Aufträge aus Deutschland, Israel, Ägypten und Kolumbien ab 2016 möglich. Die Werft selbst äußerte sich zu diesen Meldungen nicht. Dort verweist man auf die strengen Geheimhaltungsvorschriften zu Rüstungsexporten.

Die Nachricht platzt mitten in die Koalitionsverhandlungen von Union und SPD, bei denen der Umgang mit Rüstungsexporten ein Streitpunkt ist. Die SPD tritt für verschärfte Exportregeln ein. Saudi- Arabien ist als Käufer deutscher Rüstungsgüter wegen der Menschenrechtslage in dem autokratisch regierten Königreich umstritten. „Die Anfrage zeigt, dass sich die Saudis für das beste Produkt im Markt entschieden haben“, sagt CDU-Verteidigungsexperte Ingo Gädechens. Es müsse aber sichergestellt werden, „dass die U-Boote zum Schutz und der Verteidigung dieses Landes und nicht zu einer Bedrohung für andere Nationen eingesetzt werden“. Der Kieler SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels ist strikt gegen den Verkauf: „Saudi-Arabien kommt für Rüstungsexporte überhaupt nicht in Frage. Wenn die Bundesregierung ihren eigenen Menschenrechtsbericht lesen würde, dürfte sie auch zu keinem anderen Entschluss kommen“, sagt Bartels. „Das Land spielt eine sehr zweifelhafte Rolle bei der Unterstützung des islamistischen Terrors. An so einem Kunden kann auch ThyssenKrupp kein echtes Interesse haben.“

Saudi-Arabien will die fünf U-Boote als Gegengewicht zu der mit russischer Hilfe stetig wachsenden Zahl iranischer U-Boote erwerben. Russland beliefert den Iran seit Anfang der 90er Jahre mit U-Booten und entsprechender Technologie.

Nach Lübecker Plänen
Die Kieler Werft HDW ist im TKMS-Konzern die zentrale Baustätte für U-Boote. Anfang der 70er Jahre startete HDW zusammen mit dem Ingenieurkontor Lübeck (IKL) den Export von U-Booten. Nach Lübecker Plänen wurden in Kiel die U-Boote gebaut. Später übernahm HDW IKL und führte Konstruktion und Bau am Standort Kiel zusammen.

Frank Behling

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft im Norden
DAX
Chart
DAX 12.539,00 -0,01%
TecDAX 2.620,75 -0,12%
EUR/USD 1,2288 +0,00%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

BASF 86,49 +0,65%
MÜNCH. RÜCK 195,90 +0,54%
ALLIANZ 193,12 +0,52%
RWE ST 21,41 -1,70%
LUFTHANSA 26,09 -1,66%
INFINEON 21,05 -1,27%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Commodity Capital AF 199,54%
Structured Solutio AF 170,65%
Polar Capital Fund AF 92,26%
H2O Allegro I SF 76,65%
Belfius Equities B AF 76,37%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.