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Wirtschaft im Norden Gute Konjunktur, mehr Schuldner
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18:10 01.07.2017
Wiesbaden

. Die historisch günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt erfreut die Beschäftigten in Deutschland – auf Schuldner hingegen hat sie meist wenig Auswirkung. Obwohl im Mai 2017 bundesweit so viele Menschen in Arbeit waren wie seit 26 Jahren nicht mehr, gibt es immer mehr Schuldner mit immer mehr Schulden. Woran liegt das?

Christoph Zerhusen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen begründet den stetigen Anstieg mit den „Risikogruppen“. Gemeint sind alleinerziehende Mütter, Langzeitarbeitslose, Menschen im Niedriglohnsektor, Minijobber oder Migranten. Bei vielen dieser Gruppen steigt die Zahl der Menschen. „Ein Großteil von ihnen hat keine Möglichkeit, noch einmal in den Arbeitsalltag zu kommen. Bei denen kommt eine gute Konjunktur überhaupt nicht an“, sagt Zerhusen.  Die „verletzlichen Verbraucher“, wie die Risikogruppen im Fachjargon genannt werden, kurbeln meistens nur das Geschäft in einem Gewerbe an: dem der Schuldnerberater. 600000 Menschen suchten laut  Statistischem Bundesamt im Jahr 2016 eine  Beratung auf. Ein Schritt, den Zerhusen für alternativlos hält. „In den allermeisten Fällen kann man eine Lösung erzielen. Wenn ich ein Schuldenproblem habe, muss man sich qualifizierte Hilfe holen“, meint der Experte. Viele holten sich aber zu spät Rat. Bundesweit gibt es 1400 anerkannte Schuldnerberatungsstellen – und die haben immer mehr Arbeit und oft schwierige Fälle.

Die Überschuldung von Privatpersonen war laut Wirtschaftsauskunftei Creditreform 2016 zum dritten Mal in Folge gestiegen. Jeder Zehnte steckte so in der Klemme, dass er seine Schulden aus eigener Kraft nicht mehr abtragen kann. Betroffen waren 6,85 Millionen Menschen – 131000 mehr als im Vorjahr.

Der Verlust des Arbeitsplatzes ist die häufigste Ursache, Erkrankung, Sucht oder Unfall sowie Trennung, Scheidung oder Tod des Partners sind weitere gewichtige Auslöser für hohe Schulden. Und die Zahlen steigen. Die Bertelsmann-Stiftung geht davon aus, dass im Jahr 2036 ein Fünftel der Menschen im Alter von 67 Jahren von Altersarmut betroffen sein wird.

LN

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